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Wissen & Umwelt

Wie verbreitet sich Ebola?

Die Krankheit breitet sich weiter aus. Nach Angaben der WHO haben sich inzwischen auch 240 Helfer mit Ebola infiziert. 120 sind an dem Virus gestorben. Die Gründe: Materialknappheit und mangelnde Aufklärung.

In Westafrika sind dem Ebolavirus bisher mehr als 1000 Menschen zum Opfer gefallen. Trotz starker Bemühungen von Medizinern, WHO und Hilfsorganisationen breitet sich das Virus immer weiter aus. Dabei erschweren mittlerweile auch äußere Umstände den Kampf gegen die Epidemie. Der Flugverkehr in Westafrika ist stark eingeschränkt – der Transport von Helfern und Hilfsgütern in die Region wird immer schwieriger. Dabei wird beispielsweise neue Schutzkleidung vor Ort dringend gebraucht – denn nur so können sich die Helfer schützen und eine Ansteckung mit dem tödlichen Virus vermeiden.

Um sich mit dem Ebolavirus zu infizieren, müssen Menschen, anders als bei einer Grippe, in direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin, Kot oder Schweiß eines Infizierten kommen oder kontaminierte Gegenstände anfassen. Das tückische an diesem Virus ist, dass es extrem resistent ist und sich auch auf Oberflächen lange hält.

Hinterlässt ein Erkrankter Körperflüssigkeiten auf einer Tischplatte oder einer Toilettenbrille, kann das Virus dort noch lange bestehen bleiben und sich auf einen anderen Menschen übertragen. Ebenso gefährlich: stirbt ein Mensch, stirbt nicht automatisch auch das Virus. Bis zu einer Woche noch "lebt" es im Körper des toten Menschen oder Tieres weiter und bleibt ansteckend.

Forscher glauben, dass sich auf diesem Wege die derzeitige Epidemie ausgebreitet hat. Im Dezember 2013 soll sich ein kleiner Junge durch den Kontakt mit einem zum Verzehr gejagten toten Flughund infiziert haben. Dann hat der sogenannte "Patient-0" - also der erste Mensch der bei der jetzigen Epidemie das Virus in sich trug - sein direktes Umfeld angesteckt.

Gelangt das Virus einmal in den Körper, breitet es sich dort rasend schnell aus und zerstört die Blutgefäße. Außerdem beeinträchtigt es die Blutgerinnung, und ruft starke Entzündungsreaktionen hervor. Das Immunsystem kann darauf nicht schnell genug antworte: Es kommt zu einem rasanten Abfall des Blutdrucks - und die Patienten sterben schließlich an multiplem Organversagen.

Auch medizinisches Personal infiziert sich

Da die Ansteckungswege bekannt sind, müssten sich Mediziner eigentlich gut vor einer Ansteckung schützen können. Trotzdem erkrankt immer mehr medizinisches Personal. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben sich seit Beginn der Epidemie 240 Gesundheitshelfer mit dem Virus infiziert. 120 von ihnen sind gestorben.

Helfer tragen Anzüge, um sich vor Ebola zu schützen (Foto: Reuters).

Selbst medizinisches Personal scheint vor einer Infektion oft nicht gefeit zu sein

Das

Bernhard-Nocht-Institut

(BNI) vermutet, dass die strengen Sicherheitsvorkehrungen für medizinisches Personal nicht eingehalten wurden oder eingehalten werden können. Das liegt entweder an mangelnder Schulung und Aufklärung bei der Behandlung der Patienten oder an einem Mangel an Materialien, wie etwa Desinfektionsmitteln für Schutzanzüge.

Mehr psychologisches als medizinisches Problem

Die Epidemie könnte zwar theoretisch rasch ein Ende haben. Das liegt aber nicht nur in den Händen der Mediziner. Zur Bekämpfung von Ebola gehört auch die Aufklärung der Bevölkerung, denn Bräuche stehen der Ausrottung des Virus im Wege.

Das BNI empfiehlt dazu auch Anthropologen zu Rate zu ziehen, denn in vielen betroffenen Gebieten Afrikas steht die Bedeutung einer Beerdigungszeremonie noch über der einer Geburt oder einer Hochzeit. Die Toten werden noch einige Zeit im Umkreis der Familie gelassen, aufgebahrt und berührt. So kann das noch tagelang bestehende Virus auf gesunde Menschen überspringen. Viele Menschen betrachten ihre Erkrankung als einen Fluch. Der habe sie etwa als Rache eines Feindes oder einer Gottheit heimgesucht, oder wurde vielleicht von den Weißen in ihr Land gebracht. Viele verweigern sich so der Schulmedizin und lassen sich nicht behandeln - schon gar nicht von Weißen.

Der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Ebola liegt also in der Aufklärung. Erkrankte müssen ermutigt werden, in Krankenstationen Hilfe zu suchen. Und Verwandte müssen wissen, wie sie sich schützen können.

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