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Afghanistan

Tote bei Anschlag in afghanischer Hauptstadt Kabul

Im Zentrum der afghanischen Hauptstadt hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Der "Islamische Staat" reklamiert die Tat für sich.

Afghanistan Kabul Selbstmordanschlag (Reuters/O. Sobhani)

Kurz nach Büroschluss hatte der Attentäter seinen Sprengstoff gezündet

Fünf Menschen wurden getötet, als der Attentäter in der Nähe mehrerer Ministerien in Kabul seinen Sprengstoff zündete. Wie der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, mitteilte, war der Angreifer zu Fuß unterwegs. Seine Sprengstoffweste hatte er auf einer Brücke gezündet. Vermutlich galt sein Anschlag einer Polizeiwache, die sich in der Nähe befindet.

Zum Zeitpunkt des Anschlags hatten in diesem Stadtteil von Kabul Tausende Regierungsangestellte ihre Büros verlassen. In der Nähe des Tatorts befinden sich das Ministerium für Minen, das Verteidigungsministerium, das Finanzministerium und der Präsidentenpalast.

Afghanistan Kabul Selbstmordanschlag (Reuters/O. Sobhani)

In der Nähe des Tatorts befinden sich mehrere Ministerien

IS zunehmend in Afghanistan aktiv

Im Internet erklärte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für den Vorfall verantwortlich zu sein. Die IS-Dschihadisten haben in diesem Jahr schon zwei große Anschläge in Kabul für sich reklamiert: einen auf das höchste Gericht des Landes mit 22 Toten und einen besonders blutigen Angriff auf das größte Militärkrankenhaus des Landes mit mindestens 49 Toten.

Der afghanische Ableger der sunnitischen Extremisten-Miliz, die in Syrien weite Landesteile unter ihre Kontrolle brachte, hat nach US-Erkenntnissen vor allem in den Provinzen Nangarhar und Kunar Fuß gefasst. Die Angaben über seine Stärke variieren. US-Beamte sprechen von rund 700 Kämpfern. Afghanische Kollegen dagegen von 1.500.

Neue Afghanistankonferenz

Bei dem jüngsten Anschlag handelt es sich um den sechsten in Kabul seit Jahresbeginn. Er kam zwei Tage vor einer Afghanistankonferenz in Moskau. Dort kommen am Freitag Vertreter von elf Staaten zusammen, um zu diskutieren, welche Bedrohung der IS für die Region darstellt und um neue Wege für Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban zu finden. Die haben bisher alle Angebote abgelehnt. Eine Initiative von Afghanistan, Pakistan, China und den USA war 2016 gescheitert.

uh/hk  (dpa, rtr)

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