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Zentralasien

Pakistan baut Sperranlage an Grenze zu Afghanistan

Die Sperre soll der Abwehr von Aufständischen dienen. Doch Kabul ist über den Bau erzürnt: Im Gegensatz zu Pakistan erkennt Afghanistan die Ende des 19. Jahrhunderts von den Briten gezogene Grenze nicht an.

Chaman Pakistanisch-afghanische Grenze geschlossen (picture alliance/ZUMAPRESS.com)

Die Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan trennt das Gebiet der ethnischen Paschtunen in zwei Teile

Wie die pakistanische Armee erst jetzt mitteilte, begannen die Bauarbeiten am nördlichen Abschnitt der Grenze zu Afghanisten zur Abwehr bewaffneter Aufständischer bereits am vergangenen Wochenende. Beide Staaten werden durch die sogenannte Durand-Linie geteilt. Die nach dem britischen Diplomaten Henry Mortimer Durand benannte Demarkationslinie wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den damaligen Kolonialherren festgelegt. Sie sollte das afghanische Territorium von dem Gebiet unter britischer Verwaltung trennen.

Im Gegensatz zu Pakistan hat Afghanistan die 2400 Kilometer lange Linie, die das Gebiet der ethnischen Paschtunen in zwei Teile teilt, nie als internationale Grenze anerkannt. Im vergangenen Jahr hatte Pakistan in der südlichen Hälfte des Grenzverlaufs einen 1100 Kilometer langen Graben fertiggestellt.

Kritik aus Kabul

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums kritisierte den Vorstoß zum Bau der Sperranlage. Diese werde "das Terrorismusproblem nicht lösen, sondern lediglich Menschen voneinander trennen". Afghanistan werde das nicht zulassen. Im Übrigen habe Kabul bislang keine Bauaktivitäten festgestellt.

Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, im jeweiligen Grenzgebiet Taliban und andere islamistische Kämpfer zu dulden, die für tödliche Angriffe in beiden Ländern verantwortlich gemacht werden. Auch zwischen den Armeen beider Länder kommt es in dem Gebiet immer wieder zu Scharmützeln.

cr/jj (afp, rtr)