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Politik

Sudan will UN-Resolution akzeptieren

Nach anfänglichem Widerstand hat der Sudan sie UN-Resolution zu Darfur anerkannt. Zuvor hatte die Regierung die am Freitagabend (30.7.) vom Weltsicherheitsrat verabschiedete Resolution noch zurückgewiesen

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Sudans Außenminister Ismail wirft dem UN-Sicherheitsrat "Einseitigkeit" vor


Die Regierung Sudans will die UN-Resolution zur Lage in Darfur nach anfänglichem Zögern nun doch akzeptieren. Sie nimmt damit die Aufgabe an, innerhalb von 30 Tagen die arabischen Dschandschawid-Milizen zu entwaffnen, die die schwarzafrikanische Bevölkerung in der westsudanesischen Krisenregion terrorisieren. Das Kabinett kam am Sonntag (1.8.2004) in Khartum zusammen, um eine offizielle Antwort auf die UN-Resolution zu formulieren.

Sudan will nicht mit Israel verglichen werden

"Wir sind damit nicht zufrieden, aber wir werden unser Bestes tun", hatte der sudanesische Botschafter bei der Afrikanischen Union (AU), Usman El Said, am Samstag in Addis Abeba betont. Sudan wolle sich nicht auf eine Stufe mit Israel stellen lassen, das die Entscheidungen der Vereinten Nationen nicht akzeptiere, fügte er hinzu.

Unterdessen hat eine französische Militärmaschine erstmals Hilfsgüter für die Darfur-Flüchtlinge im Tschad transportiert. Etwa 200 bereits im Tschad stationierte Soldaten der französischen Armee sollen näher an die sudanesische Grenze verlegt werden. Auch Ägypten kündigte die Entsendung von Truppen im Rahmen einer Mission der AU an. Der Präsident der AU, Olusegun Obasanjo, wurde am Sonntag zu Gesprächen mit der Regierung in Khartum erwartet.


Sudan kritisiert "einseitige Resolution"

Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail hatte dem UN-Sicherheitsrat vorgeworfen, dass die Resolution zu einseitig sei. Ein mit der Resolution verhängtes Waffenembargo gilt jedoch sowohl für die Dschandschawid als auch für die Darfur-Rebellen, die sich gegen Khartum auflehnen. Ismail bat die Vereinten Nationen außerdem um Hilfe bei der Umsetzung der UN-Resolution.

Auf Wunsch von China, Russland und Pakistan wird in dem Text nicht mehr wie von den USA gewünscht mit Sanktionen gedroht. Indirekt wird jedoch auf eine mögliche Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen verwiesen. Nach Angaben der US-Hilfsorganisation USAID sind in Darfur bereits etwa 80.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Vereinten Nationen sprechen von bis zu 50.000 Todesopfern. Mehr als eine Million Menschen wurden aus ihren Dörfern vertrieben. (ali)

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