1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Studie

Falsche Fotos nur schwer zu entlarven

Britische Wissenschaftler haben untersucht, wie gut Menschen veränderte Bilder erkennen. Das Ergebnis? Ernüchternd! Ob Ihre Augen schärfer sind als die der Studienteilnehmer, können Sie hier gleich mal testen.

Sind Sie schon einmal einem gefälschten Foto auf den Leim gegangen? Falls ja: Sie sind nicht alleine.

Minimale Veränderungen bei Bildern - etwas mehr Helligkeit hier, ein bisschen mehr Schärfe da - oder selbst eindeutiges Manipulieren wie das Hinzufügen oder Entfernen von Objekten wird immer einfacher. Und diese Möglichkeiten werden ausgenutzt. Menschen flunkern und machen sich ein paar Zentimeter schmaler. Menschen betrügen aber auch und verändern Bilder böswillig und bewusst falsch.

Kurzum: Die Echtheit von Bildern im Internet, auf sozialen Netzwerken, Plakatwänden, Zeitungen und Zeitschriften lässt sich für den Betrachter oft nur schwer beurteilen.

Falsche Fotos erkennen

Die Wissenschaftlerin Sophie Nightingale von der britischen University of Warwick hat gemeinsam mit Kollegen untersucht, wie gut Menschen unveränderte und manipulierte Fotos erkennen können. Für die Studie nahmen 659 Testpersonen an einem Onlinetest teil. Jeder Teilnehmer bekam zehn Bilder mit unterschiedlichen Motiven zu sehen - je fünf unveränderte und fünf manipulierte. Die veränderten Fotos wurden auf unterschiedliche Arten digital manipuliert: Zum einen gab es physikalisch plausible Manipulationen, dazu zählen die Forscher das Hinzufügen oder Entfernen von Objekten (etwa einer Mülltonne) und die Verwendung des Malwerkzeugs (zum Beispiel um Falten und Augenringe zu entfernen). Andererseits wurden aber auch sogenannte unplausible Manipulationen vorgenommen. Dazu gehören Veränderungen der Geometrie (etwa schräge Bootsmasten) oder der Schatten (unterschiedliche Winkel). Von den fünf manipulierten Fotos, die jeder Proband zu sehen bekam, enthielten vier je eine der genannten Veränderungen und ein Foto alle auf einmal.

Erwischt?

"Wir haben gezeigt, dass die menschliche Fähigkeit, manipulierte Fotos von Alltagsszenarien zu erkennen, sehr eingeschränkt ist", fasst Studienautorin Nightingale die Ergebnisse zusammen. Rund ein Drittel der veränderten Bilder sei nicht erkannt worden.

Von den Originalaufnahmen wurden sogar 42 Prozent fälschlicherweise als manipuliert eingestuft. Im Umkehrschluss lagen die Erfolgsquoten also nicht weit weg von 50 Prozent richtigen Antworten, die man statistisch gesehen durch reines Raten erhalten würde. Einen klaren Trend einer besseren Erkennung der unplausiblen Veränderungen wie Schatten, die in unterschiedliche Richtungen zeigen, gegenüber plausiblen Anpassungen wie die Entfernung von Schweiß im Gesicht liefert die Studie nicht. In zwei durchgeführten Experimenten mit leicht unterschiedlichen Bedingungen wurden einmal die plausiblen Manipulationen und einmal die unplausiblen besser erkannt. Als mögliche Gründe führen die Autoren Erkenntnisse anderer Wissenschaftler an, die zeigten, dass unser Gehirn kleine Logikfehler ignoriert, solange das Gesamtbild einer Szene der Erwartung entspricht.

"In Anbetracht der Verbreitung manipulierter Bilder in den Medien, in sozialen Netzwerken und in anderen Bereichen bieten unsere Ergebnisse Anlass zur Sorge um das Ausmaß, mit dem Menschen regelmäßig in ihrem täglichen Leben getäuscht werden können", schließt Nightingale aus ihrer Studie.

In unserer Bildergalerie können Sie selbst einmal den Test machen. Erkennen Sie die Manipulationen der Fotos?

Hier geht es außerdem zum Originaltest der britischen Wissenschaftler.

 

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links