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Kultur

World-Press-Photo-Sieg aberkannt

Die Jury des "World Press Photo"-Preises hat einem der Gewinner wegen Betrugs die renommierte Auszeichnung wieder aberkannt. Der Italiener Giovanni Troilo habe bei Angaben zu einem seiner Fotos gelogen.

World Press Photo 2015 Singapur

World Press Photo 2015 - Ausstellung der Gewinner-Fotos in Singapur

Troilo hatte mit einem Beitrag über die belgische Stadt Charleroi den Preis in der Kategorie "Aktuelles" gewonnen. Eines der Fotos, das einen Maler mit Aktmodels zeigt, sei aber in Molenbeek bei Brüssel entstanden. Damit habe der Fotograf gegen die Regeln verstoßen, teilte die Jury in Amsterdam mit. Troilo habe bereits zugegeben, bei der Ortsangabe gelogen zu haben, erklärte die Organisation.

Erneute Prüfung

Die Jury des "World Press Photo Awards" hatte das Foto erneut geprüft, nachdem unter anderem der Bürgermeister von Charleroi Kritik geäußert hatte. Troilo schrieb auf seiner Website, die Fotoserie mit dem Titel "La Ville Noire - The Dark Heart of Europe" zeige den Niedergang von Industrie, die Zunahme von Arbeitslosigkeit, Gewalt und Einwanderung in Charleroi, das symbolisch für viele Gemeinden in Europa stehe. Bürgermeister Paul Magnette warf dem Fotografen eine "Verzerrung der Realität" vor.

Seit der Verleihung der Auszeichnung Mitte Februar hatte es unter Experten Diskussionen über Troilos Fotos gegeben. Demnach sei ein anderes Foto der Serie, das ein Paar beim Sex in einem Auto zeigt, mit einem Cousin des Fotografen gestellt worden.

Auch andere manipulierten

Die Stiftung "World Press Photo" bestätigte dem Magazin "Time", dass in diesem Jahr bis zu 20 Prozent der Fotos, die es in die Finalrunde schafften, von der Jury disqualifiziert wurden, weil sie manipuliert oder zu stark nachbearbeitet worden seien. Im Jahr 2013 hatte es schon einmal Anschuldigungen gegeben, das damalige Siegerfoto sei eine Fälschung.

Die World Press Photo Awards sind die begehrtesten Fotojournalismus-Preise der Welt.

kk/suc (afp, epd)