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Politik

Stichwort: Haitianische Rebellen

In Haiti rebellieren enttäuschte Anhänger von Staatspräsident Aristide gemeinsam mit Gefolgsleuten des früheren Diktators Jean Claude Duvalier, genannt 'Baby Doc', ehemaligen Putschisten und Mitgliedern von Drogengangs.

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Aristide-Anhänger im Visier:
die Rebellen in Haiti

Die Aufständischen, die Anfang Februar Haitis viertgrößte Stadt Gonaïves einnahmen, erhielten am Wochenende Zulauf von früheren Putschisten aus der benachbarten Dominikanischen Republik. Diese werden von Louis Jodel Chamblain geführt, einem früheren Unteroffizier der haitianischen Armee. Chamblain war unter der Militärdiktatur von General Raoul Cédras, der Aristide 1991 stürzte, Anführer der paramilitärischen Front für Entwicklung und Fortschritt in Haiti (FRAPH).

Ein weiterer früherer FRAPH-Führer, Emmanuel Constant, schloss sich nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er zehn Jahre im Exil verbrachte, ebenfalls den bewaffneten Rebellen an. Laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wurden während Cédras' dreijähriger Herrschaft mehr als 3000 Menschen ermordet. Ein maßgeblicher Teil davon wurde von den Paramilitärs getötet.

Der Führer der Rebellengruppe in der Hafenstadt Gonaïves, Butteur Métayer, empfing Chamblain und Constant ausgerechnet in Raboteau, wo Soldaten und Paramilitärs im April 1994 zahlreiche Menschen folterten und erschossen. Noch vor einigen Monaten war Métayer ein Parteigänger von Aristide. Er ist allerdings überzeugt, dass Aristide den Mord an seinem Bruder geordnet hatte, weil dieser von der Beteiligung von Regierungsmitgliedern an Anschlägen gegen Oppositionspolitiker gewusst habe.

Haitianischer Rebellenführer Guy Philippe

Der haitianische Rebellenführer Guy Philippe

Ebenfalls an der Spitze der Rebellen agiert der 35-jährige Guy Philippe, ein früherer Polizeikommissar, der seinen Dienst unter anderem in der zweitgrößten Stadt Cap Haïtien sowie in der Hauptstadt Port-au-Prince versah. Der Mann, der unter der Präsidentschaft von Aristides Freund René Preval (1996 bis 2001) zeitweise Chef von dessen Sicherheitsabteilung war, streitet immer wieder erhobene Vorwürfe beharrlich ab, er stecke mit der Drogenmafia unter einer Decke. Philippe ging nach dem von ihm organisierten gescheiterten Putschversuch gegen Préval im Jahr 2000 ins dominikanische Exil. Er soll auch einen weiteren Umsturzversuch gegen Aristide im Dezember 2001 geplant haben. (AFP)

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