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Politik

Aristide wird gejagt

Es wird eng für Präsident Aristide. Rebellengruppen kontrollieren inzwischen die Hälfte Haitis. Und innerhalb von zwei Wochen wollen sie die Hauptstadt einnehmen.

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Rebellen wollen sich die Macht holen

Die Aufständischen in Haiti wollen womöglich noch im Februar auch die Hauptstadt Port-au-Prince erstürmen. "Ich denke, in weniger als 15 Tagen werden wir ganz Haiti kontrollieren", sagte Rebellenführer Guy Philippe am Sonntag (22.2.2004) nach der Einnahme von Cap-Haitien, der zweitgrößten Stadt des Karibik-Staates. Rund zwei Wochen nach Beginn der Revolte gegen Präsident Jean-Bertrand Aristide kontrollieren die Rebellen bereits die Hälfte des Landes. In einem Radiointerview sagte Philippe, die Erstürmung der Hauptstadt werde schon in den nächsten Tagen beginnen. Zuvor solle noch die Stadt Saint-Marc (rund 100 Kilometer nördlich von Port-au-Prince) "befreit" werden.

Plünderungen dauern an

Mit der Hafenstadt Cap-Haitien verlor die Regierung ihren letzten größeren Stützpunkt im Norden. Die Stadt wurde laut Agenturangaben von lediglich 200 bewaffneten Kämpfern eingenommen. Mindestens 15 Menschen sollen bei Gefechten ums Leben gekommen sein.

Glücklicher Plünderer in Haiti

Plünderer in Haiti

Mehrere führende Gefolgsleute des Präsidenten und einige Polizei-Offiziere brachten sich noch in letzter Minute mit einem Flugzeug in Sicherheit. In der Stadt kam es zu massiven Plünderungen, die am Montag (23.2.2004) andauerten. Die Aufständischen nahmen mehrere Personen fest, die als Anhänger Aristides galten.

Im Bemühen um einen Friedensplan zur Beilegung der Krise in Haiti gewährten die internationalen Vermittler der Opposition des Karibikstaates einen Aufschub von 24 Stunden. Wie der haitianische Oppositionsführer Evans Paul am Montag (Ortszeit) in der Hauptstadt Port-au-Prince bekannt gab, schlug US-Außenminister Colin Powell den Gegnern von Präsident Jean Bertrand Aristide vor, ihre offizielle Stellungnahme zu dem Plan bis auf Dienstag zu verschieben. Die Opposition beharrte weiter auf ihrer Forderung nach einem Rücktritt Aristides. Zur Sicherung der US-Botschaft in Port-au-Prince trafen 50 Marineinfanteristen in Haiti ein.

Ausreise empfohlen

Frankreich forderte seine Bürger am Montag auf, Haiti zu verlassen. Zwar sei zunächst nicht geplant, die 2000 dort lebenden Franzosen außer Landes zu bringen, sagte der französische Außenminister Dominique de Villepin im Radio. Aber wer sich nicht aus wichtigen Gründen dort aufhalten müsse, solle das Land verlassen.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin warnt dringend vor Reisen nach Haiti. "Deutschen, deren Anwesenheit in Haiti nicht unbedingt erforderlich ist, wird die Ausreise empfohlen, sofern sie sicher durchgeführt werden kann", heißt es auf der Website des Auswärtigen Amts. Die Sicherheitslage in Haiti werde sorgfältig beobachtet, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Der zuständige Krisenstab tage regelmäßig. Bereits seit dem 11. Februar 2004 rät das Außenamt Deutschen auszureisen. (kap)

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