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Kultur

Start der Achenbach-Auktion

Alles muss raus: In Düsseldorf hat der Run auf die Kunstwerke des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach begonnen. Der Erlös geht an seine Gläubiger.

Eine Biene von Beuys für 500 Euro, ZERO-Kunst von Uecker und Mack für 200 bis 300 Euro, sogar ein Ex-Bundeskanzler ist im Ausverkauf: Jörg Immendorffs goldenes Porträt von Gerhard Schröder gibt es als Siebdruck für 300 Euro. Zwei riesige Lagerhallen auf einem Gewerbehof in Düsseldorf sind der Showroom für die Insolvenzmasse der Firmen des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach. Die Auktion unter Regie des

Kunsthauses van Ham

bringt Kunst zu Schnäppchenpreisen unter den Hammer.

Auktionserlös reicht längst nicht

Prozess gegen Helge Achenbach im Landgericht Essen

Kunsthändler Achenbach im Gerichtssaal

Kein Poster von Mark Rothko und keine Arbeit von Markus Lüpertz oder Jonathan Meese soll im Regal liegen bleiben. Deshalb wurden die Schätzpreise niedrig angesetzt. Insgesamt werden rund 2000 Werke versteigert. Die Hälfte ist unter 1000 Euro taxiert. Teurer wird es am Samstag in Köln, wo zum Abschluss die 120 Glanzstücke versteigert werden. Das Kissenbild "Trampolin" von Gotthard Graubner etwa soll mindestens 80 000 bis 120 000 Euro einbringen. Der Ansturm auf Achenbachs Insolvenzmasse ist gewaltig: 500 Bieter aus dem In- und Ausland hätten vorab schon Gebote für 1300 Objekte abgegeben, so eine Sprecherin des Auktionshauses.

Die Ware gehörte zum Lagerbestand Achenbachs, aus dem der Händler zum Beispiel Unternehmenszentralen bestückte. Seit einem Jahr sitzt Deutschlands bekanntester Kunstberater Helge Achenbach im Untersuchungsgefängnis und wurde inzwischen wegen Millionenbetrugs an schwerreichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Sein Firmengeflecht ist insolvent. Bis zu 50 Millionen Euro sollen Gläubiger verlangen. Aus der Versteigerung der Kunst Achenbachs in Düsseldorf und Köln sowie durch Sotheby's in London erwartet Insolvenzverwalter Marc d'Avoine einen Erlös von rund sechs Millionen Euro.

sd/as (dpa)

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