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Kunst

Kunstberater Achenbach zu sechs Jahren Haft verurteilt

In einem der spektakulärsten Prozesse der deutschen Kunstszene ist das Urteil gefallen. Sechs Jahre Haft für Kunstberater Helge Achenbach wegen Betrugs an vermögenden Kunden.

Das Landgericht Essen sprach den 62-jährigen Düsseldorfer unter anderem des Betrugs in 18 Fällen schuldig. Mit dem Urteil bleibt das Gericht ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf ein deutlich niedrigeres Strafmaß plädiert. Achenbachs mitangeklagter Ex-Geschäftspartner Stefan H. bekam eine Bewährungsstrafe. Der Strafprozess gegen Achenbach hatte im Dezember 2014 begonnen - der Kunstberater hatte ein Teilgeständnis abgelegt.

Preisaufschläge bei Kunstverkäufen

So hat Achenbach zugegeben, den 2012 verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht sowie den Pharma-Unternehmer Christian Boehringer bei Kunstkäufen betrogen zu haben. Der einst angesehene und weltweit vernetzte Kunstexperte hatte seinen vermögenden Kunden verdeckte Preisaufschläge berechnet und dafür auch Rechnungen gefälscht.

Ähnliche Betrugsvorwürfe beim Kauf von Oldtimern hatte Achenbach dagegen zurückgewiesen. Laut Anklage entstand bei den Kunst- sowie Oldtimerverkäufen an Albrecht ein Schaden von insgesamt rund 20 Millionen Euro.

Fast 20 Millionen Euro Schadenersatz

Nach dem Tod Albrechts hatte dessen Witwe die Rechnungen überprüft und Unregelmäßigkeiten entdeckt. Eine Strafanzeige der Familie Albrecht hatte die Ermittlungen gegen Achenbach in Gang gebracht. Achenbach hatte vor Gericht mehrmals Reue gezeigt und sich entschuldigt. In seinem Schlusswort hatte er unter Tränen gesagt, dass er sich für seine Taten schäme.

Schon im Januar war Achenbach in einem Zivilprozess in Düsseldorf zu einer Schadenersatzzahlung von 19,4 Millionen Euro an die Aldi-Erben verurteilt worden – der Kunstberater hat aber Berufung gegen das Urteil eingelegt. Achenbachs Firma ist inzwischen insolvent. Seine umfangreiche Kunstsammlung wird demnächst versteigert.

chr/qu (dpa)