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Filme

Staatsanwalt ermittelt gegen Weinstein Company

Im Fall Harvey Weinstein nimmt die Staatsanwaltschaft New York jetzt seine ehemalige Firma ins Visier. Unterdessen werden im Belästigungsskandal auch Anschuldigungen gegen den Hollywood-Regisseur James Toback laut.

Eric Schneiderman, Staatsanwalt von New York City, hat von der in New York ansässigen Weinstein Company (TWC) zahlreiche Dokumente angefordert. Das erklärte sein Büro an diesem Montag. Man wolle ermitteln, ob leitende TWC-Mitarbeiter gegen Bürgerrechte im Bundesstaat New York verstoßen haben. Dort ist die Zentrale der Firma mit etwa 200 Mitarbeitern ansässig.

Die Staatsanwaltschaft habe eine Vorladung herausgeschickt, in der die Ermittler unter anderem Einsicht in interne Dokumente zu formellen und informellen Beschwerden über sexuelle Belästigung fordern, sagte Schneiderman. Zudem muss die Firma ihre Kriterien offen legen, nach denen Bewerber ausgewählt, eingestellt oder abgelehnt werden sowie nach denen Angestellte gekündigt werden. "Kein New Yorker sollte gezwungen sein, einen von sexueller Einschüchterung, Belästigung oder Angst beherrschten Arbeitsplatz zu betreten. Wenn sexuelle Belästigung oder Diskriminierung in einem Unternehmen weit verbreitet sind, wollen wir es wissen", sagte Schneiderman.

Ehemalige Assistentin Weinsteins bricht ihr Schweigen

Harvey Weinstein wird von inzwischen etwa 50 Frauen der sexuellen Belästigung oder des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Zelda Perkins, eine ehemalige Assistentin des Filmmoguls, hat jetzt in der "Financial Times" erklärt, Ende der 90er Jahre mehrfach von Weinstein sexuell bedrängt worden zu sein und für ihr Schweigen Geld erhalten zu haben. Sie sagte, sie wolle nach 19 Jahren ihren Vertrag öffentlichkeitswirksam brechen, um eine Diskussion über Geld und Macht anzuregen. Neben Perkins sollen noch mindestens acht weitere Frauen Schweigegeld erhalten haben. Am 8. Oktober wurde der Filmproduzent und Firmengründer von seiner eigenen Firma entlassen. Er selbst weist alle Vorwürfe über nicht-einvernehmlichen Sex zurück.

James Toback - Drehbuchautor und Regisseur (picture-alliance/AP Images/R. Shotwell)

Ebenfalls unter Verdacht: Hollywood-Regisseur James Toback

"Los Angeles Times" berichtet über Vorwürfe gegen US-Regisseur

Unterdessen zieht der Skandal weitere Kreise. So veröffentlichte die "Los Angeles Times" (LAT) am vergangenen Sonntag einen Artikel, in dem 38 Frauen dem Hollywood-Regisseur und Drehbuchautor James Toback sexuelle Belästigung vorwerfen. Er habe sich Frauen etwa mit dem Versprechen angenähert, sie berühmt zu machen, und sie dann sexuell belästigt. Die berichteten Vorfälle erstrecken sich über Jahrzehnte. Dem Bericht zufolge wandte keine der Betroffenen sich zur Zeit der mutmaßlichen Belästigungen an die Polizei. In den folgenden zwei Tagen nach Veröffentlichung des Berichts hat die LAT nach eigenen Angaben Reaktionen von mehr als 200 weiteren Frauen erhalten, die angeben, ebenfalls von Toback belästigt worden zu sein. Unter ihnen Natalie Morales, Moderatorin der "Today Show" auf dem US-Fernsehsender NBC, die sich per Twitter an den Autor des LAT-Artikels, Glenn Whipp, wandte: "Glenn, füge eine hinzu. Exakt dasselbe Drehbuch von James Toback, als ich ihn in der Nähe des Central Park traf." 

Der heute 72-jährige Regisseur weist sämtliche Vorwürfe von sich. Er erklärte nach Angaben der "Los Angeles Times", die Frauen nie getroffen zu haben - und wenn doch, dann "nur für fünf Minuten", an die er sich nicht erinnern könne. Toback hat 1991 für den Film "Bugsy" eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch erhalten. Seine jüngste Regiearbeit, "The Private Life of a Modern Woman", wurde in diesem Jahr auf dem Filmfestival von Venedig vorgestellt. 

ka/pg (dpa/AP)

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