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Asien

Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas Atomtest

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den neuen Atomtest Nordkoreas einstimmig verurteilt. Das höchste UN-Gremium war auf Antrag Japans und Russlands zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen.

Symbolbild: UN-Sicherheitsrat und Nordkorea (DW-Grafik)

Der UN-Sicherheitsrat kam wegen des Atomwaffentests Nordkoreas zusammen

Der Atomtest sei ein "klarer Verstoß" gegen UN-Resolutionen, erklärte der amtierende Ratspräsident Witali Tschurkin am Montagabend (25.05.2009) in New York. Nun wollen die Sicherheitsratsmitglieder eine neue Resolution ausarbeiten.

Entscheidende Rolle Chinas

Welche Schritte der UN-Sicherheitsrat gegen Nordkorea ergreift, wird nach Ansicht von Beobachtern entscheidend von der Position Chinas abhängen, dem wichtigsten Verbündeten des stalinistischen Regimes in Pjöngjang. Das chinesische Außenministerium forderte Nordkorea auf, alles zu unterlassen, "was die Situation weiter verschlimmern könnte".

Proteste in Südkorea gegen den Atomtest des kommunistischen Nordens (Foto: AP)

Proteste in Südkorea gegen den Atomtest des kommunistischen Nordens

US-Präsident Barack Obama erklärte in Washington, Nordkoreas Versuche, Atomwaffen zu entwickeln, seien "eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit". Mit "offenkundiger Aufsässigkeit gegenüber dem UN-Sicherheitsrat" fordere Nordkorea die internationale Gemeinschaft heraus. Nach dieser "rücksichtslosen Aktion" Pjöngjangs müsse die internationale Gemeinschaft klar reagieren, sagte Obama.

Merkel fordert internationale Einigkeit

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte das Vorgehen Nordkoreas. Die Weltgemeinschaft müsse jetzt eine große Einigkeit zeigen. "Wir müssen alles daran setzen, dass die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm wieder aufgenommen werden", sagte Merkel in Berlin.

Im Rahmen dieser Sechs-Nationen-Gespräche versuchen die USA, China, Russland, Japan und Südkorea seit rund sechs Jahren, Nordkorea von seinen Ambitionen auf ein Atomwaffenprogramm abzubringen. Anfang 2007 hatte sich das kommunistische Land bei den Verhandlungen verpflichtet, seine Atomanlagen abzubauen - darunter auch den Reaktor in Yongbyon. Im Gegenzug sollte das völlig verarmte Land Wirtschaftshilfe erhalten.

Nordkoreanischer Raketentest im April (Foto: AP)

Nordkoreanischer Raketentest im April

Anfang April dieses Jahres hatte Nordkorea eine Langstreckenrakete getestet und, nachdem der UN-Sicherheitsrat dies verurteilt hatte, seinen Rückzug von den Sechs-Nationen-Gesprächen erklärt und die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde aufgekündigt.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde der unterirdische Atomtest im Nordosten Nordkoreas am Montag um 09.54 Uhr Ortszeit (02.54 Uhr MESZ) rund 80 Kilometer nordwestlich der Stadt Kilchu durchgeführt. In der Region hatte Nordkorea im Oktober 2006 auch seinen ersten Nukleartest durchgeführt.

Höhere Sprengkraft als 2006

Der jetzige Test habe eine Sprengkraft von zehn bis 20 Kilotonnen gehabt, so das Verteidigungsministerium in Moskau. Dies entspräche etwa der Sprengkraft der Atombomben, die die USA gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen haben und würde auf erhebliche technische Fortschritte Nordkoreas hindeuten. US-Experten hatten die Sprengkraft des ersten Atomtests auf weniger als eine Kilotonne beziffert. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, nach dem Atomtest habe Nordkorea zudem drei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Bestätigt wurde dies bislang nicht.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il mit Generälen (Foto: AP)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il mit Generälen

Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA in Pjöngjang bezeichnete den Atomtest als Teil der Maßnahmen Nordkoreas "zur Stärkung seiner nuklearen Abschreckung und Selbstverteidigung". Nordkorea hat mit 1,2 Millionen Soldaten die größte Armee der Welt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Gegenwärtig gibt es Spekulationen, dass Herrscher Kim Jong Il nach einem Schlaganfall die Machtübergabe an einen seiner drei Söhne vorbereiten könnte. (wa/wl/gri/kle/ap/dpa/rtr/afp)

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