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Politik

Schweizer wollen der UNO beitreten

Mit knapper Mehrheit haben die Schweizer am Sonntag (3.3.2002) einem Beitritt ihres Landes zu den Vereinten Nationen zugestimmt. 54,6 Prozent der Wähler und zwölf Kantone stimmten mit Ja, elf Kantone waren dagegen.

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Kreuzchen bei "Ja" oder Kreuzchen bei "Nein" - das war die Frage

Die Abstimmung blieb bis zuletzt eine Zitterpartie, da nicht nur eine Mehrheit aller Wähler der Vorlage zustimmen musste, sondern auch die Mehrzahl der 26 Schweizer Kantone und Halbkantone. Zum Schluss ergab die Kantonszählung, bei der die sechs Halbkantone nur mit einer halben Stimme gerechnet werden, eine Mehrheit von zwölf zu elf für den Beitritt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent, was für Schweizer Verhältnisse ein überdurchschnittlich hoher Wert ist. Das Votum ermächtigt den Schweizer Bundesrat, bei UN-Generalsekretär Kofi Annan formell die Aufnahme in die Vereinten Nationen zu beantragen. Anlässlich der UN-Vollversammlung im Herbst soll die Schweiz als 190. Staat in den Staatenbund aufgenommen werden.

Geschafft - im zweiten Anlauf

Das war das zweite Mal, dass die Schweizer darüber abgestimmt haben, ob das Land Mitglied der Vereinten Nationen (UNO) werden soll oder nicht.

Alpenhorn Spieler in Männlichen Schweiz

Das traditionelle Bild der Schweiz: Alpenhorn-Spieler

1986 hatten die Schweizer schon einmal über einen Beitritt zur UN abgestimmt. Damals war die Mehrheit noch eindeutig dagegen. Die Schweizer beschworen ihre jahrhundertelange Tradition als neutraler Staat ohne Bündnisverpflichtungen. Geografisch günstig gelegen zwischen den Einflusszonen der beiden Supermächte USA und Sowjetunion und deren Verbündeten, spielte die Schweiz eine bedeutende Rolle als neutraler Vermittler. Doch seit 1986 hat sich die Welt grundlegend verändert.

Die UNO - Forum der Welt

Im Zeitalter der Globalisierung rücken die Staaten der Welt enger zusammen. Auch, wenn manche Differenzen zwischen Nord und Süd stärker zutage treten. Um so wichtiger ist die Rolle der UN als "Marktplatz der Welt" – hier treffen sich alle zum Reden. Hier und nur hier wird darum gerungen, die Probleme der Globalisierung in den Griff zu bekommen. Dafür erhielten die UN und ihr Generalsekretär Kofi Annan 2001 den Friedensnobelpreis. Außer dem Vatikan, Taiwan, der Westsahara und den Palästinensern sind inzwischen alle Länder Mitglied in der UNO. Umgekehrt heißt das: Wer nicht mit dabei ist, der steht draußen vor der Tür, wenn diskutiert und um Abmachungen gerungen wird. (arn/im)

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