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Kultur

Schweizer Regisseur Milo Rau erhält Peter-Weiss-Preis

Er holte die Ceaușescu-Hinrichtung und den Terroristen Breivik auf die Bühne. Für seine mehr als 50 dokumentarischen Theaterstücke, Filme, Bücher und Aktionen erhält der 40-Jährige jetzt den renommierten Kulturpreis.

Der Autor, Theater- und Filmemacher Rau habe das dokumentarische Theaters mit neuem Leben erfüllt, heißt es in der Begründung der Stadt Bochum, die den Kulturpreis alle zwei Jahre vergibt. "Die Arbeiten Milo Raus zeichnen sich durch ihre akribisch recherchierten Stoffe aus, sie zeugen von einer zutiefst humanistischen Haltung", sagte der Vorsitzende der Jury, Michael Townsend. Dabei stelle Rau sämtliche Standpunkte zur Disposition. "Er vertraut damit dem Theater als demokratischem Ort gelebter Debatten und Diskurse."

Für den Zuschauer erlebbar gemacht

Immer wieder hatte sich Milo Rau in seinen Bühnenstücken und Filmversionen politisch motivierten Gewaltverbrechen und Schauprozessen gewidmet und diese für den Zuschauer unmittelbar erlebbar gemacht. Die Theaterinszenierungen und Filme des 40-Jährigen, darunter "Die letzten Tage der Ceaușescus", "Breiviks Erklärung", "Das Kongo Tribunal" und "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs", wurden in mehr als 30 Ländern gespielt und zu internationalen Festivals eingeladen. Er selbst reiste für die Recherchen an viele internationale Brennpunkte wie Ruanda, in den Kongo, in den Irak und an die IS-Kriegsfront in Syrien.

Der Kulturpreis ist mit 15.000 Euro dotiert und nach dem Autor, Dramatiker, Maler und Filmemacher Peter Weiss (1916-1982) benannt. Geehrt werden Persönlichkeiten aus Literatur, Theater, Bildender Kunst und Film - in der Sparte Theater nun zum vierten Mal. Zu den früheren Preisträgern gehörten George Tabori (1990), Kurt Hübner (2000) und Dimiter Gotscheff (2008).

nw/nf (kna, epd)

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