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17. Spieltag - Freitagsspiel

Schwache Bayern besiegen forsches Freiburg

Noch nicht ganz aus dem Winterschlaf erwacht, präsentiert sich Bayern München zum Wiederauftakt der Bundesliga. Dennoch reicht es für drei Punkte gegen Freiburg. Ein Kunststück von Torjäger Lewandowski bringt den Sieg.

Den Anfang verschlafen, dann ideenlos, schließlich eine eher zurückhaltende Durchschnittsleistung und am Ende doch noch drei Punkte. Der FC Bayern München hat sich bei seinem ersten Pflichtspiel im Jahr 2017 nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Beim SC Freiburg siegte der Tabellenführer trotzdem knapp mit 2:1 (1:1) - ein glücklicher Erfolg fast ohne Glanz. Die frühe Freiburger Führung durch Janik Haberer (5. Minute) glich Robert Lewandowski noch vor dem Pausenpfiff aus (35.). Als es bereits deutlich nach einem 1:1-Unentschieden roch, gelang dem Polen noch ein Kabinettstückchen, das zum 2:1-Endstand führte (90.+1). Insgesamt ließ das Spiel der Bayern aber einiges zu wünschen übrig, ein Punkt für die Freiburger wäre verdient gewesen, vor allem wegen ihres entschlossenes Auftretens zu Anfang der ersten Halbzeit.

Haberer überrascht die Bayern-Abwehr

Denn die ging turbulent los: SC-Trainer Christian Streich hatte noch gar nicht auf der Bank Platz genommen, da sah er schon den ersten gelungenen Angriff seiner Elf. Mit einem gelupften Pass hebelte Vicenzo Grifo die Bayern-Verteidigung aus und spielte Haberer frei. Der 22-Jährige nahm Maß und überwand Manuel Neuer mit einem platzierten Schuss ins lange Eck (5.). Der FC Bayern reagierte geschockt: Sekunden später stand Haberer erneut am Fünf-Meter-Raum bereit, erwischte den Ball aber nicht richtig (7.).

Bundesliga SC Freiburg - Bayern München (picture alliance/dpa/U. Deck)

Kalte Dusche: Janik Haberer erzielt die überraschende Führung für Außenseiter Freiburg

Im Spielaufbau offenbarten die Bayern ungewohnte Schwächen. Sie brauchten lange, um ins Spiel zu finden - das gelang erst, als sich die Freiburger Mitte der ersten Halbzeit etwas weiter zurückzogen. Zunächst versuchte es Arturo Vidal mit einem Schlenzer, den SC-Torwart Alexander Schwolow zur Ecke abwehrte (28.). Dann rettete Mike Frantz mit langem Bein bei einem Schuss Lewandowskis aus kurzer Distanz (34.). Bei der anschließenden Ecke kam aber jede Hilfe zu spät: Lewandowski hielt mit Anlauf den Fuß rein und erzielte den 1:1-Ausgleich (35.). Der Pole schob sich damit in der Bundesliga-Torjägerliste der ausländischen Spieler auf den alleinigen zweiten Platz - hinter Claudio Pizarro (190 Tore). Es war Lewandowskis 134. Treffer, er zog am Brasilianer Giovane Elber vorbei.

Philipp verpasst die Überraschung

Nach Wiederanpfiff blieb der Rekordmeister am Drücker. Arjen Robben hatte nach 56 Minuten die nächste gute Möglichkeit, doch Schwolow parierte seinen angedrehten Fernschuss. Zuvor hätte es einen Elfmeter für Bayern geben können. Thomas Müller ging nach einer unabsichtlichen Fußangel von Pascal Stenzel zu Boden, Schiedsrichter Manuel Gräfe ließ aber weiter spielen (47.). Nach einer Stunde forderten die Freiburger Fans mit "Petersen, Petersen!"-Sprechchören vehement die Einwechslung ihres Lieblingsspielers und Streich tat ihnen schließlich den Gefallen: In der 70. Minute kam Nils Petersen für den fleißigen Florian Niederlechner ins Spiel.

Bundesliga SC Freiburg - Bayern München Lewandowski (picture alliance/dpa/P. Seeger)

Robert Lewandowski erzielte gegen Freiburg seine Bundesliga-Tore Nummer 134 und 135

Die beste Chance, die Bayern sogar als Verlierer vom Platz gehen zu lassen, hatte aber ein anderer Freiburger: Maximilian Philipp zielte in der 84. Minute mit einem Weitschuss aus vollem Lauf nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Wenige Augenblicke vorher hatte Robben nach einem Fehlgriff von Schwolow die eine hochkarätige Chance für die Bayern, doch er verzog (83.).

Lewandowski macht FCB zum Herbstmeister

Als alle sich mit einem Remis abgefunden zu haben schienen, folgte der zweite große Auftritt Lewandowskis. Der Pole stoppte eine lange Flanke Franck Riberys am Fünf-Meter-Raum mit der Stirn, legte sich den Ball, ohne ihn vorher aufspringen zu lassen, mit dem Spann des rechten Fußes selbst vor und zog schließlich mit links volley zum 2:1 ab. Vom Innenpfosten ging der Ball ins Tor (90.+1). Ein außergewöhnlicher Schlusspunkt eines ansonsten recht gewöhnlichen Fußballspiels.

"Es war sehr zäh und ein harter Kampf. Wir haben uns schwer getan. Das war nicht so, wie wir es wollten", sagte Thomas Müller. Freiburgs Trainer Christian Streich war trotz der bitteren Niederlage gefasst. "Ich ärgere mich nicht. Da kann man nichts machen, wenn man so einen Spieler wie Lewandowski hat."

Durch den Sieg sicherte sich der FC Bayern die verspätete Herbstmeisterschaft. Der Vorsprung auf den Zweiten RB Leipzig beträgt vor dessen Spiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt sechs Punkte. Ebenfalls am Samstag spielen unter anderem Werder Bremen gegen Borussia Dortmund und SV Darmstadt 98 gegen Borussia Mönchengladbach.

Alle Partien gibt es bei uns im DW-Liveticker. Die wichtigsten Ereignisse der Partie Freiburg gegen Bayern können Sie hier noch einmal nachlesen.

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