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Sport

Russland am Doping-Pranger

Wegen der Dopingaffäre droht Russland ein Ausschluss aus dem Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF. Zugleich empfiehlt die WADA, fünf russische Athleten sowie fünf Trainer auf Lebenszeit zu sperren.

Russlands Leichtathleten droht der Ausschluss von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Wegen der

ausufernden Dopingaffäre

empfiehlt die Ermittlungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA einen Rauswurf der einst so großen Sportnation aus dem Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF. Zugleich sprach sich das dreiköpfige Gremium am Montag in seinem Bericht dafür aus, fünf russische Athleten sowie fünf Trainer auf Lebenszeit zu sperren.

Video ansehen 02:17

WADA-Ermittler empfehlen Ausschluss Russlands – Doping-Experte Hajo Seppelt im Gespräch

Schwere Vorwürfe werden dem russischen Sportminister Witali Mutko gemacht. Er soll persönlich angeordnet haben, "bestimmte Dopingproben zu manipulieren". Russland wies die Forderung der WADA nach harten Strafen postwendend als politisch motiviert zurück. Zugleich erklärte Sportminister Mutko in Moskau, dass die WADA zwar Empfehlungen aussprechen, aber niemanden selbst von Wettbewerben ausschließen könne. Außerdem soll dem Kontroll-Labor in Moskau die Akkreditierung entzogen werden und dessen Direktor abgelöst werden. Grigori Rodschenkow gab zu, die Beseitigung von 1417 Dopingproben angewiesen zu haben.

"Schlimmer als wir dachten"

Der Leiter der WADA-Kommission Richard W. Pound im Porträt (Foto: Reuters/D. Balibouse)

Der Leiter der WADA-Kommission Richard W. Pound

Angesichts der immer größeren Dimension der Verfehlungen und kriminellen Umtriebe in der Welt-Leichtathletik schaltet sich nun auch Interpol ein. Die Weltpolizei kündigte an, die internationalen Untersuchungen zu koordinieren. "Es ist schlimmer, als wir dachten. Das ist ganz schön verstörend", sagte Richard Pound, der Vorsitzende der WADA-Kommission, auf der Pressekonferenz in Genf. Es sei enttäuschend, die Art und Weise und das ganze Ausmaß der Affäre zu sehen. Man müsse zu der Schlussfolgerung kommen, "dass es wahrscheinlich nur geschehen konnte, weil jeder (in Russland) es wusste und einverstanden war".

Video ansehen 01:26

Reaktionen aus Russland auf WADA-Dopingbericht – DW-Korrespondent Juri Rescheto in Moskau

Die

IAAF

kündigte in einer Stellungnahme an, den Bericht zu prüfen und eine Suspendierung des russischen Mitgliedsverbandes für künftige Wettbewerbe zu erwägen. "Das sind alarmierende Informationen", lautete der Kommentar von IAAF-Präsident

Sebastian Coe.

Lob an die ARD

Lamine Diack im Porträt (Foto: Buda Mendes/Getty Images for IAAF)

Der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack

Das Pound-Gremium war eingesetzt worden, um die in einer ARD-Dokumentation erhobenen Vorwürfe über Doping und Korruption im russischen Spitzensport zu untersuchen. In dem Film "

Geheimsache Doping

- Wie Russland seine Sieger macht" waren am 3. Dezember 2014 geheime Aufzeichnungen in Bild, Ton und Schrift mit Hinweisen auf staatlich unterstütztes Doping präsentiert worden. "Die Kommission gratuliert der ARD zu diesem Bericht, der ein sehr gutes Stück journalistischer Berichterstattung darstellt", lobte Pound. Dem WADA-Gremium gehörten zudem der Sportrechts-Experte Richard McLaren und der deutsche Kriminalbeamte Günter Younger an.

Neben dem Skandal um Russlands Leichtathleten wirft der Korruptionsvorwurf gegen den früheren IAAF-Präsidenten

Lamine Diack

einen dunklen Schatten auf die olympische Kernsportart. Ihm wird Bestechlichkeit und Geldwäsche vorgeworfen. Die französische Justiz hat Anklage gegen den 82-Jährigen aus Senegal erhoben. Diack war von 1999 bis zum August 2015 Chef der IAAF. Die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees empfahl am Montag die Suspendierung des IOC-Ehrenmitglieds Diack. Zum Bericht der WADA-Kommission über die Dopingpraktiken in der russischen Leichtathletik erklärte das IOC: "Das ist ein zutiefst schockierender Report und sehr traurig für den Weltsport. Der Schutz des sauberen Athleten hat für das IOC oberste Priorität."

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