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Bundesliga

RB Leipzig fertigt Frankfurt ab

Im ersten Spiel nach der Winterpause gewinnt der Tabellenzweite Leipzig klar gegen Eintracht Frankfurt, das allerdings fast die ganze Spielzeit in Unterzahl bestreitet. Derweil geht die Hoffenheimer Erfolgsserie weiter.

Nach Comppers Abstaubertor für Leipzig zappelt der Ball im Netz. Foto: Reuters

Der Anfang vom Ende: Nach Comppers Abstaubertor für Leipzig zappelt der Ball im Netz

RB Leipzig hat die klare 0:3-Niederlage beim FC Bayern im letzten Spiel des Jahres 2016 gut verdaut. Der Aufsteiger gewann sein erstes Spiel nach der Winterpause gegen Eintracht Frankfurt nach einer weiteren überzeugenden Leistung mit 3:0 (2:0). Die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich bereits in der dritten Minute. Nach einem Steilpass der Leipziger eilte Frankfurts Torwart Lukas Hradecky aus seinem Kasten, rutschte vor dem Strafraum aus und wusste sich vor dem heranstürmenden Bernardo nicht anders zu helfen, als den Ball festzuhalten. Die logische Folge: Rote Karte. Frankfurts Trainer Niko Kovac nahm Stürmer Branimir Hrgota vom Platz, Ersatztorwart Heinz Lindner gab sein Bundesliga-Debüt. Den anschließenden Freistoß von Marcel Halstenberg konnte Lindner noch glänzend parieren, doch gegen den Nachschuss von Marvin Compper (6. Minute) war der Österreicher machtlos.

Werners Kopfball ins lange Eck. Foto: dpa-pa

Vorentscheidung: Werners Kopfball ins lange Eck

In der Folge demonstrierten die Leipziger eindrucksvoll, warum sie als Aufsteiger gleich zum Bayern-Jäger Nummer eins avanciert sind: Mit  blitzschnellen Angriffen brachten sie die Eintracht-Abwehr immer wieder in Schwierigkeiten. Die Frankfurter wehrten sich in Unterzahl tapfer, starteten sogar den einen oder anderen Konter. Den zweiten Gegentreffer kassierten sie nach einem Standard in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Einen von Naby Keita ausgeführten Freistoß von links verlängerte Timo Werner per Kopf ins lange Eck zum 2:0 (45. +4). In der zweiten Hälfte ließ es die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl zunächst etwas ruhiger angehen. Dann aber drehte sie wieder auf. Der dritte Treffer der Leipziger fiel durch einen Eintracht-Spieler: Jesus Vallejo beförderte einen scharfen Schuss Keitas ins eigene Tor (67.). Trotz weiterer Chancen blieb es beim hochverdienten 3:0-Erfolg der Leipziger. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick blockte nach dem Abpfiff Fragen nach den Champions-League-Ambitionen des Aufsteigers ab: "Wir schauen weiter nur von Spiel zu Spiel." Die Frankfurter Eintracht rutschte vom vierten auf den sechsten Tabellenplatz ab.

Hoffenheim jetzt Dritter

Jubel der Hoffenheimer über den zweiten Treffer in Augsburg. Foto: Getty Images

Jubelnde Hoffenheimer in Augsburg

Die Winterpause hat 1899 Hoffenheim nicht aus dem Rhythmus gebracht. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann gewann beim FC Augsburg mit 2:0 (0:0) und bleibt damit als einziges Team in dieser Bundesliga-Saison noch ungeschlagen. Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit drehten die Hoffenheimer gleich zu Beginn der zweiten Hälfte auf: Nach einem Konter setzte sich Sandro Wagner robust gegen seinen Augsburger Gegenspieler Martin Hinteregger durch und ließ Torwart Marvin Hitz keine Chance (47.). Auch der zweite Treffer für die Gäste fiel nach einem Tempo-Gegenstoß. Mark Uth stürmte über links, flankte nach innen, wo Andrej Kramaric den Ball nur noch aus kurzer Entfernung zum 2:0 für Hoffenheim (64.) über die Linie zu drücken brauchte. "Das 1:0 war der Dosenöffner", befand Hoffenheims Trainer Nagelsmann. "Danach haben wir deutlich schneller und mutiger gespielt und verdient gewonnen." Seine Mannschaft rückte damit auf den dritten Tabellenrang vor.

Kalte Dusche für zehn Bremer  

Auch Borussia Dortmund startete mit einem Auswärtserfolg ins Bundesliga-Jahr 2017. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel gewann bei Werder Bremen mit 2:1 (1:0). Die Dortmunder gingen früh in Führung. Marco Reus spielte Andrè Schürrle frei, der Bremens Torwart Jaroslav Drobny umkurvte und den Ball aus elf Metern zum 1:0 (5.) ins Netz schob.

Foul von Werder-Torwart Drobny an Reus, das zur Roten karte führt. Foto: Getty Images

Nach diesem Tritt in den Allerwertesten von Reus sieht Werder-Torwart Drobny verdientermaßen die Rote Karte

In der 39. Minute musste Drobny vom Platz, nach einem groben Foul an Reus sah er zu Recht die Rote Karte. Fortan hütete Felix Wiedwald das Werder-Tor, für ihn wurde Claudio Pizarro ausgewechselt. Die zehn Bremer gaben sich nicht auf und wurden belohnt: Nach einem feinen Solo gelang Fin Bartels der zwischenzeitliche Ausgleich für Bremen (59.). Doch es folgte die kalte Dusche. Nach einer Ecke der Dortmunder und einem abgefälschten Schuss von Raphael Guerreiro landete der Ball beim freistehenden Lukasz Piszczek, der den Ball zum 2:1-Siegtreffer (71.) für den BVB ins Tor lupfte.  "Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass viele Dinge heute gegen uns gelaufen sind", erkannte Bremens Trainer  Alexander Nouri. "Vom Resultat her ist es extrem bitter."

Schalke siegt dankt Last-Minute-Tor

Mit Ach und Krach hat der FC Schalke 04 gerade noch einen Fehlstart verhindert. Dank eines Treffers in der Nachspielzeit gewannen die Königsblauen eine niveauarme Partie gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt mit 1:0 (0:0). Nach einem verunglückten Schuss von Alessandro Schöpf landete der Ball bei Guido Burgstaller. Der Österreicher, der in der Winterpause vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg gekommen war, nutzte die Chance und erzielte aus fünf Metern das schmeichelhafte 1:0 (90.+2) für die Schalker. Auch Trainer Markus Weinzierl sprach anschließend von Glück: "Wir nehmen zur Kenntnis, dass wir uns steigern müssen, freuen uns aber trotzdem über die drei Punkte."

Erfolgreicher Konter im eigenen Stadion

Fußball Bundesliga VfL Wolfsburg - Hamburg SV (picture-alliance/Citypress 24)

HSV-Spieler Ekdal (l.) muss mit Gelb-Rot vom Platz

Der VfL Wolfsburg entschied das Nordderby gegen den HSV mit 1:0 (0:0) für sich und verschärfte die Abstiegssorgen der Hamburger. Eine Stunde lang spielte der HSV nur zu zehnt, nachdem Albin Ekdal in der 34. Minute wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen hatte. Lange hielt die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol ein torloses Unentschieden, kassierte in der Schlussphase aber nach einem Konter der Wolfsburger im eigenen Stadion doch noch das entscheidende Gegentor: "Wölfe"-Neuzugang Paul-Georges Ntep setzte sich auf der linken Seite durch, flankte nach innen, wo Mario Gomez aus kurzer Entfernung eiskalt zum 1:0 (83.) vollstreckte. Für 400 HSV-Anhänger war die Auswärtsfahrt schon vor dem Anpfiff beendet. Nachdem sie im Bahnhof von Hannover randaliert und Bengalos gezündet hatten, schickte die Polizei sie zurück nach Hamburg.

Schwacher Auftritt beider Teams

Zwei neue Trainer saßen beim 0:0 zwischen Schlusslicht SV Darmstadt 98 und Borussia Mönchengladbach auf den Bänken. Doch weder die Darmstädter unter Torsten Frings noch die Gladbacher unter Dieter Hecking vermochten zu überzeugen. Und so endete die Partie zwischen zwei schwachen Mannschaften fast zwangsläufig torlos. Gladbachs Coach Dieter Hecking war mit dem Ergebnis nicht unzufrieden: "Die Mannschaft muss erst wieder Vertrauen aufbauen. Dafür war das ein erster Schritt."

Topspiel in Leipzig

Im Abendspiel empfängt der Tabellenzweite RB Leipzig die Frankfurter Eintracht, die auf Platz vier überwintert hatte. Im Freitagsspiel beim SC Freiburg hatte Torjäger Robert Lewandowski Spitzenreiter FC Bayern mit einem Doppelpack vor einem Fehlstart bewahrt. Der Siegtreffer Lewandowskis zum glücklichen 2:1 für die Münchener fiel erst in der Nachspielzeit. Am Sonntag empfängt Bayer 04 Leverkusen die Berliner Hertha. Das Duell der beiden "Karnevalsvereine" FSV Mainz 05 und 1. FC Köln beendet anschließend den 17. Bundesliga-Spieltag. 

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