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Aktuell Deutschland

Prominenter Salafist in Nordrhein-Westfalen verhaftet

Er ist einer der bekanntesten Islamisten Deutschlands. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft den Salafistenprediger Sven Lau festgenommen. Er steht im Verdacht, eine terroristische Vereinigung unterstützt zu haben.

Dem vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven Salafistenprediger Sven Lau werde vorgeworfen, 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation "Jaish al-muhajirin wa-l-ansar" (JAMWA) tätig gewesen zu sein, erklärte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe: "Er ist daher dringend verdächtig, in vier Fällen eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben." Spätestens seit Mitte 2013 sei die JAMWA "eng an die Terrororganisation 'Islamischer Staat Irak und Großsyrien' (IS) angebunden".

Anlaufstelle für Kampfwillige

Nach der Spaltung der JAMWA ("Armee der Auswanderer und Helfer") Ende 2013 habe sich der von Lau unterstütze JAMWA-Flügel der IS-Miliz angeschlossen. "Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen war Lau eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf", erklärte die Bundesanwaltschaft. Er soll als Bindeglied zur JAMWA in Syrien fungiert und mit einem dortigen deutschen Konvertiten in engem Kontakt gestanden haben.

Konkret wirft die Bundesanwaltschaft dem 35-jährigen deutschen Staatsbürger vor, zwei Dschihaddisten an eine JAMWA-Kampfeinheit in Syrien vermittelt zu haben. Außerdem habe er im September 2013 einem der Kämpfer in Syrien persönlich 250 Euro überbracht und im Auftrag der JAMWA in Deutschland drei Nachtsichtgeräte besorgt. Lau werde noch im Tagesverlauf dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

Bekannt durch "Scharia-Polizei"

Lau hatte bundesweit mit seiner "Scharia-Polizei" für Aufsehen gesorgt. Im vergangenen Jahr waren Islamisten als Sittenwächter durch die Straßen Wuppertals patrouilliert. Sie trugen Westen mit dem Aufdruck "Shariah Police". Die Scharia ist das islamische Recht. Die Islamisten erhoben mit gelben Verbotshinweisen den Anspruch auf eine "Shariah Controlled Zone" (Scharia-kontrollierte Zone). Darauf sind Verhaltensregeln der radikalen Muslime festgehalten, wie sie in streng islamischen Staaten gelten: Kein Alkohol, kein Glücksspiel, keine Musik und Konzerte, keine Pornografie und Prostitution, keine Drogen.

cr/as (afp, rtr, dpa)