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Politik

Pro: Eine neue Dialogkultur

In Kairo hat US-Präsident Barack Obama den Muslimen die Hand gereicht und für die Überwindung gegenseitiger Missverständnisse geworben. Die USA taugen nach dieser Rede nicht mehr als Feindbild, glaubt Mirjam Gehrke.

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Mirjam Gehrke (Foto: DW/Christel Becker-Rau)

Mirjam Gehrke

Er hat alles richtig gemacht: Obama hat in Kairo eine Rede gehalten, in der er auf kluge Weise einen Neuanfang in den angespannten Beziehungen der USA zur islamischen Welt in Aussicht gestellt hat. Gestützt auf eine Reihe von Koranzitaten hat Obama die Friedfertigkeit des Islam an den Anfang seiner Rede gestellt - und damit das bislang in Washington gepflegte Feindbild des terroristischen Islam in die politische Mülltonne geworfen.

Obama hat den islamischen Ländern einen neuen Vertrag auf Augenhöhe angeboten. Dazu gehörte auch, dass er politische Fehler in der US-Außenpolitik eingeräumt hat: vom Sturz der demokratisch gewählten iranischen Regierung bis hin zum Irakkrieg. Er hat keines der brisanten Themen ausgelassen - vom Nahostkonflikt über das iranische Atomprogramm bis hin zur Rolle der Frau im Islam.

Ein neues Selbstverständnis

Obama ist aufgetreten als ein ehrlicher, überzeugender Vertreter einer Weltmacht, die auf Dialog und Zusammenarbeit setzt. Aus seiner Rede lässt sich ein neues Selbstverständnis der USA herauslesen: es geht nicht mehr um die Durchsetzung der eigenen Macht- und Wirtschaftsinteressen um jeden Preis, die USA brauchen keinen Gegner mehr, an dem sie sich abarbeiten können.

Vielmehr ist Obama auf der Suche nach gleichberechtigten Partnern, mit denen er an seiner Vision einer friedlichen, atomwaffenfreien Welt arbeiten kann. Dass er dazu der islamischen Welt die Hand entgegenstreckt, zeugt von einer neuen politischen Dialogkultur - jetzt kommt es darauf an, dass die angesprochenen Vertreter der islamischen Welt diese Hand ergreifen. Die USA taugen nach dieser Rede wohl kaum noch als Feindbild in der islamischen Welt.

Autorin: Mirjam Gehrke

Redaktion: Dеnnis Stutе

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