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Politik

Contra: Inhaltsarme Obama-Lyrik

Barack Obama hat gekonnt und blumig für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen den USA und der muslimischen Welt geworben. Doch schöne Worte allein genügen nicht, meint Bernd Riegert.

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Bernd Riegert

Bernd Riegert

Präsident Obama ist ein begnadeter Redner, der fast jedes Publikum für sich einnehmen kann. Seine Redenschreiber hatten ihm für den Auftritt in Kairo einen sehr schönen Text verfasst, der die Gemeinsamkeiten von Islam und amerikanischem Traum herausstellte, der blumig zu einem neuen Anfang einlud. Wie aber die brennenden Probleme im Nahen und Mittleren Osten gelöst oder zumindest angepackt werden sollen, erfuhr man leider nicht. Keine konkrete Aussage, kein Plan, keine Vision, die über das hinausgegangen wären, was wir seit acht Jahren von seinem Vorgänger George W. Bush gehört haben.

In Kairo nichts Neues

Das Bekenntnis zur Zweitstaatenlösung im israelisch-palästinensischen Konflikt war nicht neu. Die Aufforderung an Israel, den Siedlungsbau zu stoppen, war nicht neu. Die Aufforderung an die Hamas, der Gewalt abzuschwören, war auch nicht neu. Die Andeutungen, wie die US-Regierung in Afghanistan und Pakistan die Taliban stoppen will oder den Atomkonflikt mit Iran beilegen will, blieben seltsam vage. Stattdessen allgemeine Obama-Lyrik, die sich gut anhört, die aber kein politisches Handeln erkennen lässt.

Hätte der Präsident noch "Yes we can!" ins Auditorium gerufen, wären wir wieder mitten im amerikanischen Wahlkampf gewesen. Er streichelt die Seele seiner Zuhörer, mehr nicht. Die erhoffte Entschuldigung für die Entgleisungen und die falsche Irak-Politik seines Vorgängers blieb aus. Barack Obama ging nicht über die Aussagen von George W. Bush hinaus. Die Rede in Kairo war eine Riesenshow für den Medien-Präsidenten, die auf allen erdenklichen Kanälen übertragen wurde.

Künstlerischer Eindruck: Note Eins. Inhaltlicher Wert: Vier minus. Da muss noch mehr kommen.

Autor: Bernd Riegert

Redaktion: Dеnnis Stutе

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