Polanski wettert gegen #MeToo und Oscar-Akademie | Filme | DW | 09.05.2018
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Filme

Polanski wettert gegen #MeToo und Oscar-Akademie

Regisseur Roman Polanski hat die #MeToo-Bewegung in einem Interview als "Massenhysterie" und "heuchlerisch" bezeichnet. Derweil droht sein Anwalt der Oscar-Akademie nach dem Ausschluss seines Mandanten mit Klage.

Bei der #MeToo-Bewegung handele es sich um "eine Art von Massenhysterie, die von Zeit zu Zeit in der Gesellschaft auftritt", sagte Polanski dem polnischen Wochenmagazin "Newsweek Polska". Er bezeichnete die Initiative gegen sexuellen Missbrauch als "dramatisch" und zog Vergleiche zur Französischen Revolution, dem Massaker von St. Bartholomäus in Frankreich und der McCarthy-Ära in den USA. Die breite Unterstützung für die Bewegung basiere auf Angst, meint der Regisseur: "Ich denke, es ist totale Heuchelei."

Anwalt beklagt: Polanski wurde nicht angehört

Unterdessen drohte Polanskis Anwalt, Harland Braun, der Oscar-Akademie nach dem Ausschluss seines Mandanten mit einer Klage. "Herr Polanski hat das Recht, vor ein Gericht zu ziehen und von Ihrer Organisation zu verlangen, sich an Ihre eigenen Regeln zu halten", schrieb Braun in einem Brief an die Akademie, den das Entertainment-Portal TMZ veröffentlichte.

Der Anwalt warf der Akademie vor, seinen Mandanten vor der Entscheidung nicht angehört zu haben, obwohl die eigenen Standards dies vorschreiben würden. Er bezeichnete es in dem Brief als "einzig angemessene Lösung", wenn die Akademie den Ausschluss aufhebe, um Polanski anzuhören und neu zu entscheiden.

Der 84-jährige Oscar-Preisträger war in der vergangenen Woche von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgeschlossen worden, die den Oscar vergibt. Hintergrund sind neue Verhaltensrichtlinien, die nach den Enthüllungen der sexuellen Übergriffe durch den Produzenten Harvey Weinstein eingeführt worden waren. Neben Polanski hatte die Akademie auch Bill Cosby ausgeschlossen, der zuvor der schweren sexuellen Nötigung in drei Fällen schuldig gesprochen worden war.

Polanski war 1977 in den USA wegen der Vergewaltigung einer damals 13-Jährigen angeklagt worden, 1978 setzte er sich zunächst nach Großbritannien und schließlich nach Frankreich ab. In den USA wird seit fast 40 Jahren gegen ihn ermittelt. Polanski hat das Land seitdem nicht mehr betreten. 

tla/ld (afp, dpa, tmz.com)

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