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Deutschland

"O'zapft is" zum 179. Mal

Es wird jedes Jahr mit Spannung erwartet. Das Münchener Oktoberfest wird von Millionen Menschen aus aller Welt besucht. Hier mischt sich Tradition mit Kommerz. Und auch die Polizei hat reichlich zu tun.

Mit dem traditionellen Anstich des ersten Bierfasses hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude um Punkt 12.00 Uhr mittags das Oktoberfest eröffnet. Bis zum 7. Oktober werden gut sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt erwartet. Zu den Neuheiten zählen speziell Angebote für Kinder, wie Führungen für Schulklassen und Wiesn-Forscher-Expeditionen. Für mehr Sicherheit soll ein Verbot von Glasflaschen sorgen.

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O'zapft is - mit zwei Schlägen

Königsehrung und Restetrinken

Dieses Jahr wird das 179. Oktoberfest gefeiert - zugleich ist das größte Volksfest der Welt aber 202 Jahre alt. Der Grund für die unterschiedliche Zählung: Rund zwei Dutzend Mal musste das Oktoberfest wegen Seuchen, Kriegen und Inflation ausfallen.

Das Volksfest entstand 1810. Die Idee dazu hatte ein bürgerlicher Unteroffizier der bayerischen Nationalgarde. Er schlug vor, die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen mit einem großen Pferderennen zu feiern. Der Bankier und Kavallerie-Major Andreas von Dall'Armi übermittelte den Vorschlag an König Max I. Joseph von Bayern – dieser war sofort Feuer und Flamme. Oktoberfeste gab es damals viele.

Der Grund war denkbar einfach: Die bayerische Brauordnung aus dem Jahre 1516 legte fest, dass nur zwischen Michaeli, dem Tag des Hl. Michael (29. September), und Georgi, dem Tag des Hl. Georg (23. April) gebraut werden durfte. In den fünf Monaten danach war es den Münchner Bierbrauern verboten, Bier zu produzieren. Grund war die in den Sommermonaten erhöhte Brandgefahr beim Biersieden. So wurde im Herbst vor dem Beginn der kommenden Saison der Rest des Bieres aus dem Frühling getrunken.

Reichlich Gewinn

Das Oktoberfest in München ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Im vergangenen Jahr besuchten 6,9 Millionen Menschen die Wiesn. Rund 12.000 Beschäftigte sorgen für den reibungslosen Ablauf und die Bewirtung der Gäste: Allein in der größten Festhalle, dem Hofbräu-Zelt, gibt es 10.000 Sitzplätze.

Fahrgeschäfte mit Riesenrad auf dem Oktoberfest in München (Foto: picture-alliance/Bildagentur Huber)

Das Oktoberfest bringt reichlich Umsatz

Nach Berechnungen des Münchner Wirtschaftsreferats betrug der Wirtschaftswert des Oktoberfests 2011 rund 1,1 Milliarden Euro. Der Wert setzt sich zusammen aus direkten Ausgaben auf der Wiesn (rund 435 Millionen Euro), Übernachtungen (403 Millionen Euro) sowie Verpflegung, Einkäufen, Taxifahrten oder Fahrten mit Bussen und Bahnen (rund 276 Millionen Euro).

Während des Oktoberfestes werden rund 7,5 Millionen Maß (Liter) Bier getrunken, aber auch mehrere Zehntausend Liter Wein und Sekt. Auf der Wiesn 2011 hatten die rund 6,9 Millionen Besucher außerdem mehr als 522.000 Brathendl, knapp 125.000 Schweinswürstl, 69.900 Schweinshaxn sowie 118 ganze Ochsen und 53 Kälber verzehrt.

Schattenseiten (des rauschenden Festes)

Polizisten beim Rundgang auf dem Oktoberfest (Foto: AP)

Polizeibeamte haben auf dem Oktoberfest reichlich zu tun

Die Polizei hat während des Oktoberfestes reichlich zu tun. Im Jahr 2010 leistete sie 2175 Einsätze. Wegen der vielen ausländischen Besucher sind auch Polizisten anderer Staaten mit dabei. Registriert wurden 226.000 gestohlene Bierkrüge, die die Beamten konfiszierten. 48 Kinder gingen verloren und wurden in der Kinderfundstelle abgegeben. Es gab 58 gefährliche Körperverletzungen durch Maßkrüge. Sechs Vergewaltigungen nach einem Wiesnbesuch und 17 Sexualstraftaten insgesamt wurden angezeigt.

Rund 4000 Gegenstände werden jährlich im Fundbüro des Oktoberfestes abgegeben: Jacken, Pullover, Handys, Brillen, Schlüssel, Ausweise und traditionell mindestens eine Zahnprothese.

kgb/hp (dpa, dapd)

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