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Kultur

Oswald Mathias Ungers gestorben

Der Star-Architekt Oswald Mathias Ungers ist tot. Ungers wurde mit seinen Entwürfen berühmt, denen das Quadrat als Ordnungsinstrument diente.

Oswald Mathias Ungers, Quelle: AP

Oswald Mathias Ungers (Archivfoto von 1997)

Über Jahrzehnte blieb Ungers mit seinen Entwürfen einem unverkennbaren Formenkanon treu: Quadrat und Würfel als Grundelemente des Bauens stehen stets im Zentrum. "Nur noch das Wesentliche, die Reduktion" sei es, was ihn interessiere, sagte Ungers. Der Geometrie und dem Material gelte bei der Arbeit sein besonderes Augenmerk. Er starb am 4.10.2007 an den Folgen einer Lungenentzündung.

Polarisierendes Werk

Ungers, ein Schüler Egon Eiermanns, hat sich in vielen Jahren als Professor an US-Architekturhochschulen und bis 1991 an der Kunstakademie in Düsseldorf auch einen Namen als Architekturtheoretiker gemacht; schon 1963 hatte er den Entwurfs-Lehrstuhl Hans Scharouns an der TU Berlin übernommen.

Schon zu Lebzeiten wurden dem Wahl-Kölner mehrere Retrospektiven gewidmet. Im Winter 2006 zeigte die Nationalgalerie in Berlin eine Ausstellung zum 80. Geburtstag von Ungers mit dem Titel "Kosmos der Architektur". Ungers, der eine exquisite Sammlung moderner Kunst sowie eine der bedeutendsten privaten Architektur-Sammlungen zusammengetragen hat, wurde mit zahlreichen Preisen geehrt - darunter dem Großen Preis des Bundes Deutscher Architekten und der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt.

Der gefragte Architekturprofessor musste jedoch auch Kritik einstecken: Kalt und monoton sei seine am rechten Winkel und Quadrat als immer wiederkehrendem Modul orientierte Arbeit, die oft die reine Ästhetik der Funktionalität vorziehe.

Auf Grundstruktur reduziert

Der 1926 in Kaisersesch in der Eifel als Sohn eines Postbeamten geborene Ungers orientierte sich an historischen Giganten der Architektur wie dem Renaissance-Baumeister Andrea Palladio oder dem preußisch-kargen Klassizisten Karl Friedrich Schinkel. "Einen traditionellen Architekten und Entdecker, keinen Erfinder", nannte er sich einmal selbst. Geometrische Rationalität sollte den Baukörper bis auf die Grundstruktur reduzieren.

Nach diesem Konzept schuf Ungers seine bekanntesten Bauten wie die Landesbibliothek Karlsruhe, den Neubau für die Hamburger Kunsthalle (Galerie der Gegenwart), das Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung in Bremerhaven oder das Deutsche Architektur-Museum und das Museum für Kommunikation (früher Bundespostmuseum) in Frankfurt am Main. Auch sein Neubau des Kölner Wallraff-Richartz-Museums aus dem Jahr 2001 baut auf der Grundidee eines Quadrates als Modul auf. Das 2001 eröffnete Museum bezeichnete Ungers mehrfach als den Höhepunkt seines Schaffens. Gleichwohl verwies er bei der Bewertung seiner Bauwerke gern auf die unmittelbare Gegenwart: "Das wichtigste Projekt ist immer das, was gerade in Arbeit ist!" (stu)

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