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Christentum

Osternacht im Petersdom: Papst erinnert an Schmerz und Elend

Papst Franziskus hat das Osterfest genutzt, um auf das Leid von Menschen in aller Welt aufmerksam zu machen. Als Sinnbild für die Verzweiflung sieht er die zwei Frauen am leeren Grab Jesu.

Papst Franziskus stellte in seiner Predigt während der Osternacht im Petersdom die allgegenwärtige Last und den Schmerz von Flüchtlingen, Migranten, Ausgebeuteten und Kriegsopfern in den Mittelpunkt. Der Argentinier erinnerte an diejenigen, "die in der Gesellschaft den Schmerz des Elends, der Ausbeutung und des Menschenhandels spüren; die Verachtung erfahren, weil sie immigriert sind, heimatlos ohne Heim und Familie". In dem Gottesdienst am Ostersamstag wird im Vatikan der Auferstehung Christi gedacht.

Die menschliche Würde gekreuzigt

Der biblischen Überlieferung nach besuchten nach Jesus' Tod am Kreuz zwei Frauen sein Grab. Das katholische Oberhaupt nahm die Gesichter der Frauen als Sinnbild für die Leidenden der Welt, "all jener, die in der Gesellschaft die menschliche Würde gekreuzigt sehen". Sie spiegelten das Gesicht von Frauen und Müttern wider, "die weinen, weil sie sehen, wie das Leid ihrer Kinder unter der Last der Korruption begraben wird", so der Papst. Neben der Korruption, die Kinder all ihrer Rechte beraube, beklagte der 80-Jährige auch "die Bürokratie, die eine Änderung der Dinge nicht zulässt".

Die Schritte der heutigen Menschen, erklärte der Papst, glichen oft jenen der zwei Frauen, die zum Grab Jesu gegangen seien. In beiden Fällen handele es sich um "ein Gehen zwischen der Sehnsucht nach Gott und einer freudlosen Resignation". Doch Jesus lebe und wolle "in vielen Gesichtern auferstehen, welche die Hoffnung begraben haben".

Taufe, Firmung und Erstkommunion

In dem Gottesdienst taufte der Papst elf Erwachsene - sie stammen aus Spanien, Tschechien, den USA, Italien, Albanien, Malta, Malaysia und China. Zudem spendete er ihnen die Erstkommunion und die Firmung. Zu der festlichen Messe waren einige Tausend Gläubige in den Petersdom gekommen. Unter ihnen waren zahlreiche Kardinäle und Bischöfe.

Am Karfreitag hatte Franziskus ebenfalls nicht nur des Leidenswegs Christi gedacht, sondern auch auf das Leid der heutigen Welt aufmerksam gemacht. Beim traditionellen Kreuzweg in Rom sprach er von "Scham für alle Bilder der Verwüstung, der Zerstörung und des Untergangs, die in unserem Leben so alltäglich geworden sind".

Papst Franziskus vor einem Kreuz am Kolosseum (Getty Images/AFP/A. Solaro)

Vor dem Kolosseum: Der Papst gedenkt der Kreuzigung Jesu

Ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten in Rom ist am Sonntag die Ostermesse auf dem Petersplatz mit dem anschließenden Segen "Urbi et orbi", den der Papst vom Balkon des Petersdoms aus spendet.

fab/rk (kna, dpa)

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