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Ostern

Kirchen rufen an Ostern zu Zuversicht auf

An Karfreitag ziehen Tausende Pilger in Prozessionen durch Jerusalem. In Rom will Papst Franziskus die Karfreitagsliturgie feiern. Und die deutschen Bischöfe mahnen, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen.

Heinrich Bedford-Strohm EKD Ratsvorsitzender (picture-alliance/dpa/M. Hibbeler)

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm

Zum Osterfest sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm: "Ostern will uns Mut machen." Die Osterbotschaft könne dazu beitragen, "mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu schauen". "Sagt allen Menschen, dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben", erklärte Bedford-Strohm. Der bayerische Landesbischof erinnerte an die Giftgasopfer in Syrien und an die Menschen zwischen den Trümmern der von islamistischen Terroristen zerbombten Kirche in Ägypten. Nicht zuletzt ihnen gelte die Ermutigung des Osterfestes, an dem Jesus den Tod überwunden habe. Diese Botschaft sei "die tägliche Erinnerung daran, dass diese Welt nicht so bleiben wird, wie sie ist."

Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad warnte mit Blick auf die jüngsten islamistischen Terroranschläge davor, Religionen nicht für Gewalttaten zu missbrauchen. "Wer Hass und Gewalt predigt im Namen einer Religion, der lästert Gott", sagte Schad in Speyer. Religion und Gewalt schlössen sich aus. Die Glaubens- und Religionsfreiheit könne nicht schlimmer infrage gestellt werden, als dadurch dass Gläubigen während ihrer Religionsausübung Gewalt angetan werde, sagte der evangelische Kirchenpräsident.

Über Gewalt nachdenken

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung regte in Darmstadt anlässlich des Karfreitags an, selbstkritisch über Ausgrenzung und Gewalt nachzudenken. "Wer auf das Kreuz schaut, ist gefordert, auch über sich selbst und seinen Beitrag zur Gewalt in dieser Welt nachzudenken", sagte Jung. Der Tod Jesu Christi am Kreuz mache darauf aufmerksam, dass Menschen bis heute aneinander schuldig würden, indem sie andere Menschen hassen und zum Hass anstacheln.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx appellierte an die führenden Vertreter der Weltreligionen, sich für die Religionsfreiheit einzusetzen. Es könne keinen Frieden zwischen den Religionen geben, "wenn wir nicht gemeinsam für die Religionsfreiheit aller Menschen eintreten", sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. In diesem Zusammenhang begrüßte er die geplante Reise von Papst Franziskus nach Ägypten.

Papst mahnt zum Frieden

Papst Franziskus bekräftigte zu Beginn der Osterfeierlichkeiten seinen Friedens-Appell bekräftigt. "Gewalt ist nicht das Heilmittel für unsere brüchige Welt", sagte das Katholiken-Oberhaupt. "Mir bleibt nur, mit mehr Kraft nach Frieden für diese Welt zu verlangen, die den Waffenhändlern unterworfen ist, die an dem Blut der Männer und Frauen verdient." Es sei nicht einfach zu ergründen, ob die Welt heute gewalttätiger sei als früher, sagte Franziskus. Ebenso schwierig sei herauszufinden, ob die modernen Kommunikationsmittel und die Mobilität ein stärkeres Bewusstsein für die Gewalt verliehen oder uns an sie gewöhnen ließen.

Am Donnerstag hatte der argentinische Papst Ex-Mafiosi die Füße gewaschen. Für den katholischen Ritus besuchte Franziskus die Haftanstalt Paliano südöstlich von Rom. Dort feierte das Oberhaupt der katholischen Kirche zur Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu eine Messe und wusch zwölf Gefangenen die Füße. Unter den Häftlingen waren nach Angaben des Vatikans ein zum Christentum konvertierter Muslim und drei weibliche Gefangene. Die Gefangenen bedankten sich demnach mit Gemüse aus dem Gefängnisgarten und einem weißen Umhang. Die traditionelle Fußwaschung stellt den Beginn der Osterfeierlichkeiten dar.

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Prozessionen in Rom und Jerusalem

Mit Hunderten Gläubigen will Franziskus im Petersdom an diesem Freitag die Karfreitagsliturgie feiern. Am Abend findet dann der traditionelle Kreuzweg am Kolosseum statt. Der Papst  wird die Prozession, mit der in 14 Stationen der Leidensweg von Jesu nachgestellt wird, verfolgen und sie mit einer kurzen Ansprache beenden. Bei den Feierlichkeiten gelten aufgrund der Terrorgefahr hohe Sicherheitsvorkehrungen.

In der Altstadt von Jerusalem haben unterdessen die religiösen Feierlichkeiten zum Karfreitag begonnen. Christen gedenken dabei des Todes von Jesus Christus am Kreuz. Tausende Pilger gingen in Prozessionen der Kirchen über die Via Dolorosa. Viele Menschen trugen dabei auf dem Weg zur Grabeskirche Holzkreuze, um das Leiden Jesu nachzuempfinden. Am Ort der Kirche soll nach christlicher Überlieferung Jesus gestorben, begraben und wieder auferstanden sein. Messen werden an Karsamstag und Ostersonntag auch in der Grabeskirche mit der neu geweihten und für knapp 3,5 Millionen Euro restaurierten Grabkapelle gefeiert.

Ostern ist das höchste Fest des Christentums. In diesem Jahr fällt allerdings nicht nur das Osterfest der westlichen Kirchen und der orthodoxen Kirchen zusammen. Auch das jüdische Pessach-Fest wird in dieser Woche begangen. Dabei erinnern die Juden an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das israelische Tourismusministerium erwartet in dieser Zeit 79.500 christliche und 78.500 jüdische Pilger aus dem Ausland.

kle/bri (epd, dpa, kna)

 

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