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Katholische Kirche

Zehntausende beten mit dem Papst

Katholiken aus aller Welt haben in Rom der Kreuzweg-Andacht beigewohnt, die an das Leiden Jesu Christi vor 2000 Jahren erinnert. Papst Franziskus widmete sich auch dem Schicksal von Flüchtlingen und Kriegsopfern.

"Auch dieses Jahr kommen wir zu dir mit voll Scham gesenktem Blick und mit dem Herzen voll Hoffnung. Scham für alle Bilder der Verwüstung, der Zerstörung und des Untergangs, die in unserem Leben so alltäglich geworden sind", sagte Papst Franziskus vor Zehntausenden von Gläubigen am Ende der Kreuzweg-Prozession am und im Kolosseum. "Scham für das Blut der Unschuldigen, das jeden Tag vergossen wird von Frauen, Kindern, Migranten und von Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe verfolgt werden oder wegen ihrer ethnischen und sozialen Herkunft und für ihren Glauben an dich", so das Oberhaupt der katholischen Kirche weiter. 

Papst am Kolosseum (picture-alliance /dpa/AP/A. Medichini)

Andächtig: Papst Franziskus

Mit der Via Crucis wird jedes Jahr an die Leidensstationen von Jesus Christus erinnert. Während der Zeremonie ging eine kleine Gruppe mit einem Kreuz die 14 Stationen ab. Um das Kolosseum verfolgten Zehntausende die Prozession, viele hatten Kerzen oder Fackeln dabei. 

Angst vor Anschlägen

Wegen Terrorgefahr fand die Prozession unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Schon am Karfreitagvormittag hatte die italienische Polizei das Gelände um das antike Amphitheater weiträumig abgesperrt. Besucher mussten Sicherheitsschleusen passieren. Auch Sprengstoffspürhunde waren im Einsatz.

Vor der Kreuzweg-Andacht hatte der Papst das Gedenken an Leiden und Sterben Jesu mit einem Gottesdienst im Petersdom eröffnet. Zu Beginn der Liturgie verharrte der 80-Jährige - wie üblich - minutenlang ausgestreckt auf dem Fußboden vor dem Hauptaltar und betete still. Auch zahlreiche Kardinäle und Bischöfe waren zu dem Gottesdienst gekommen.

Italien - Vatikan | Karfreitag 2017 Kreuzweg Via Crusis Kolosseum (picture-alliance/dpa/AFP/A. Pizzoli)

Franziskus im stillen Gebet

In seiner Predigt gedachte der päpstliche Haustheologe, Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa, auch der Opfer des jüngsten Chemiewaffeneinsatzes in Syrien und der beiden Anschläge auf koptische Kirchen in Ägypten. Angesichts solcher Ereignisse, die heute die täglichen Nachrichten bestimmten, stelle sich die Frage, warum Christen überhaupt noch an den 2000 Jahre zurückliegenden Kreuzestod Jesu erinnerten, so Cantalamessa. Doch der Grund dafür sei, dass Jesu Sterben dem Tod aller Menschen einen neuen Sinn gegeben habe.

Höhepunkt am Sonntag

An diesem Samstag richten sich alle Blicke wieder auf den Petersdom, wenn der Papst die traditionelle Messe zur Osternacht zelebrieren wird. In dem mehrere Stunden dauernden Gottesdienst wird der Auferstehung von Jesus Christus gedacht. Es ist das fünfte Osterfest, das Franziskus als Oberhaupt der katholischen Kirche feiert. Am Sonntag schließlich enden die Feierlichkeiten mit der Ostermesse und dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi".

wa/rk (kna, dpa)