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Wirtschaft

Optimismus an der Wall Street

Das Börsenjahr 2004 neigt sich dem Ende zu. Der Börsenplatz Frankfurt wird das abgelaufene Jahr wahrscheinlich mit einem Plus abschließen. Wie aber lief der Aktienhandel in den USA und was erwarten die Analysten 2005?

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Die New Yorker Börse macht gute Geschäfte

Wall Street: der ganz normale Wahnsinn. Die Rückkehr zur Normalität - das wünschen sich Investoren und Händler hier für 2005. Tobias Levkovich, Chef-Stratege für US-Aktien bei Smith Barney in New York muss lange zurückrechnen, als er überlegt, wann die Wall Street zuletzt nicht von außergewöhnlichen Ereignissen heimgesucht wurde: "1997 hatten wir die Asienkrise, 1998 Long Term Capital Management, der Hedge Fonds-Zusammenbruch, 1999 die Blase, 2000 das Platzen der Blase, in 2001 9/11 die Terroranschläge, 2002 die Bilanzierungsskandale, 2003 den Irak-Krieg und 2004 den Ölpreisanstieg." Wie sich die Flutkatastrophe in Asien auf die Weltwirtschaft auswirken wird, ist noch nicht absehbar.

Kursgewinne mit Stahl und Energie

Des einen Leid, des anderen Gewinn: Die hohen Preise für Öl, Benzin und Gas trieb Supertanker wie Exxon Mobil und andere Energiekonzerne zu Kurshöhenflügen. Und der Chinaboom half den Stahlkochern: Stahlkonzerne gehörten ebenfalls zu den Jahressiegern.

Vor allem in den letzten Wochen des Jahres 2004 kamen die Bullen nach müdem Auftakt an der Wall Street richtig in Fahrt. Das lag zum einen an den Ölpreisen, die seit den Höchstständen Ende Oktober über 20 Prozent einknickten. Zum anderen aber vor allem am klaren Wahlsieg von George W. Bush. Der Plan des Präsidenten, die Dividendenbesteuerung dauerhaft zu stutzen, hat Unternehmen, die für hohe und regelmäßige Gewinnausschüttungen bekannt sind, wie etwa die großen Stromversorger, dementsprechend beflügelt. Auf Jahressicht legten der S&P 500 Index und der Nasdaq Composite jeweils rund neun Prozent zu.

Billiger Dollar lockt Investoren

Doch was erwartet Investoren nun für 2005? Fusionen und Übernahmen, die bereits 2004 eine kleine Renaissance erlebten, dürften weiter für Schlagzeilen sorgen, sagt Abby Joseph Cohen von Goldman Sachs. Der Grund: Der schwache Dollar dürfte gerade ausländischen Investoren Übernahmen in den USA schmackhaft machen.

Börsengang-Boom

Auch IPOs, frische Börsengänge, könnten die Erfolgsgeschichte des Vorjahres fortsetzen. Angeführt von der Internetsuchmaschine Google war 2004 das erfolgreichste Jahr für Börsengänge seit 2000, und laut Renaissance Capital stehen für 2005 bereits über 120 Unternehmen in den Startlöchern - doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor.

Barbara Marcin, Portfolio Managerin von Gabelli Blue Chip, hat einen weiteren Sektor auf ihrer Liste: die Exporteure. Hier seien die Margen und Dividenden besonders hoch. Marcin rechnet auch in diesem Bereich mit Übernahmen. Außerdem treibe der schwache Dollar die Umsätze.

Kurssprünge erwartet

Business Week befragte 67 Aktienmarkt-Strategen, wo sie die US-Märkte Ende 2005 sehen. Das Ergebnis: Im Schnitt rechnen die 67 Experten mit einem Kurssprung von jeweils fünf Prozent für S&P 500 und Nasdaq Composite. Das wäre trotz schrumpfender Kursgewinne erneut ein positives Jahr - bereits das vierte infolge.

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