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Bildung

Ohne Internet geht gar nichts

Es gibt sie noch, die handgeschriebenen Zettel an Pinnwänden in den Unis. Aber Internetforen wie Facebook & Co. laufen ihnen den Rang ab. Studierende in Deutschland pflegen Freundschaften via Internet. Aber nicht nur…

Studentin mit Laptop (Foto: DW / Bianca von der Au)

Viviana Usme aus Kolumbien hat ihre ersten Freunde in Frankfurt am Main ganz klassisch während der Vorlesung im "Studienkolleg für internationale Studierende" kennengelernt. Wie fast alle Ausländer, die ein Studium in Deutschland beginnen wollen, muss auch Viviana zunächst das Studienkolleg besuchen. Dann erst kann sie sich an einer deutschen Uni einschreiben. Ein Jahr lang muss sie ihre Sprachkenntnisse unter Beweis stellen und bereitet sich dabei auf ihr Wunschfach an der Uni vor.

Viviana Usme hat im Studienkolleg viele Gleichgesinnte getroffen. Auch wenn es ihr anfangs schwer fiel, weil sie ein bisschen schüchtern ist, wie sie selbst sagt. "Zuerst hatte ich nur Kontakt zu einer anderen Kolumbianerin, die auch das Studienkolleg besucht. Aber mit der Zeit habe ich hier noch mehr Freunde gefunden." Alle seien auf demselben sprachlichen Niveau, erzählt die zierliche Studentin. "Wir haben oft die gleichen Fragen, und wir helfen uns gegenseitig."

Fragen via virtueller Pinnwand

Schwarzes Brett an der Frankfurter Uni (Foto: DW / Bianca von der Au)

Es gibt sie noch, die gute alte "Pinnwand"

Und gegenseitiges Helfen funktioniert heutzutage über Facebook. Über die Internet-Plattform organisieren sich Lerngruppen. Wenn ein Student eine Frage hat, postet er sie an die virtuelle Pinnwand - und auch die Kinoverabredung am Abend wird online an alle Gruppenmitglieder verschickt.

Für Christine Hartwig-Thürmer, Lehrerin am Studienkolleg für ausländische Studierende, ist das eine völlig neue Entwicklung. Zu Beginn ihres Berufslebens vor 20 Jahren habe sie die Dominanz des Internets nicht für möglich gehalten. "Wenn ich früher gefragt habe, wer überhaupt einen Internetzugang hat, da waren es von 20 gerade Mal zwei." Heute sei dagegen vielleicht einer dabei, der keinen Internetzugang habe, wenn er nach Deutschland kommt.

Seit 1992 unterrichtet Christine Hartwig-Thürmer Deutsch als Fremdsprache am Studienkolleg in Frankfurt. Seitdem habe sich einiges verändert am Kommunikationsverhalten der Studierenden, vor allem beim Umgang mit dem Internet, sagt sie. "Es ist selbstverständlich geworden. Vor vielleicht fünf Jahren haben wir eine Einführung gemacht über den Umgang mit den Internetmöglichkeiten in der Universität. Das ist heute nicht mehr nötig." Ihr aktueller Kurs habe sogar einen eigenen "Facebook-Room" gegründet, da laufe die Kommunikation von ganz alleine über den Unterricht hinaus.

Freunde aus aller Welt in Frankfurt

Christine Hartwig-Thürmer vom Studienkolleg der Frankfurter Uni mit zwei Studentinnen (Foto: DW / Bianca von der Au)

Christine Hartwig-Thürmer (Mitte) bereitet Ausländer aufs Studium vor

Am Anfang bleiben die ausländischen Studierenden in Deutschland meistens unter sich. Kontakte zu deutschen Studenten sind schwieriger zu knüpfen – die ergeben sich meist erst im Verlauf des Studiums. Wer sich einem Sportverein oder einer Lerngruppe anschließt, hat es leichter, mit Deutschen in Kontakt zu kommen. Im Studienkolleg in Frankfurt sind die Freundschaften internationaler, wie Sharmin Reza aus Bangladesch berichtet. Ihre beste Freundin aus der Gruppe heißt Kadima und kommt aus Marokko, und ihre Freundin Solma stammt aus Aserbaidschan.

Neben den internationalen Freundschaften, die on- und offline gepflegt werden, hat Sharmin Reza auch ein Netzwerk an Menschen, die aus ihrer Heimat Bangladesch nach Frankfurt gekommen sind. "Aus meinem Land haben wir einen Freundeskreis hier, weil mein Mann schon vor mir hier studiert hat. Er hat schon viele Freunde kennengelernt über die gemeinsame Herkunft." Zu diesen Freunden hat auch Sharmin Kontakt.

Das World Wide Web als wahrer Segen

Zwei Studentinnen vor einer Weltkarte (Foto: DW / Bianca von der Au)

Freunde aus aller Welt

Auch die alten Freunde und Verwandten in der Heimat wollen nicht vernachlässigt werden. Da ist das World Wide Web ein wahrer Segen. Viviana Usme aus Kolumbien nutzt das Internet täglich für einen kleinen Plausch mit den Freunden in ihrer Heimatstadt Bogotá. Zu ihren Freundinnen hält sie Kontakt über Facebook: "Da haben wir die Möglichkeit, Bilder hochzuladen und die Bilder der anderen zu sehen. Außerdem unterhalte mich mit meinen Freundinnen in Kolumbien per Chat." Dank der sozialen Netzwerke ist es egal, ob man nur neun Minuten oder neuntausend Kilometer voneinander entfernt wohnt.


Autorin: Bianca von der Au
Redaktion: Gaby Reucher

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