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Bildung

Studienfinanzierung – eine Herausforderung

Knapp 800 Euro braucht ein Student pro Monat. Das hat das Deutsche Studentenwerk ermittelt. Dazu kommen mancherorts noch 500 Euro Studiengebühren. Das ist viel Geld – gerade für ausländische Studierende.

Eine Frau streckt ihre Hand mit Münzen aus (Foto: fotolia / Marcio Eugenio)

Savas Özel ist 26 Jahre alt, hat einen deutschen Pass und türkische Wurzeln. Er studiert Maschinenbau an der Fachhochschule Gummersbach. "Nebenjobs habe ich während meines Studiums immer machen müssen", erzählt Savas, "im Moment jobbe ich als Altenpfleger, als Nachhilfelehrer und arbeite für die Studentenvertretung". Auf diese Weise finanziert er sich sein Leben als Student: "Ein Job alleine würde dafür nicht reichen."

Weil er einen deutschen Pass hat, muss Savas nur darauf achten, dass er nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, damit noch genug Zeit für sein Studium bleibt. Für seine Kommilitonen mit ausländischem Pass gelten strengere Regeln: Wenn sie nicht aus der EU kommen, dürfen sie höchstens 90 ganze Tage im Jahr oder 180 halbe Tage arbeiten – sonst verlieren sie den Studentenstatus. Für EU-Bürger gelten je nach Herkunftsland unterschiedliche Regelungen. "Die Studienfinanzierung ist für viele ausländische Studierende ein gravierendes Problem", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Das Studentenwerk fordert deshalb schon seit längerem, die Regeln zu lockern – bisher vergeblich.

Eine Frau füllt einen Antrag auf Ausbildungsförderung (BAföG) aus (Foto: dapd)

Rund ein Viertel der Studenten bekommt Geld vom Staat

Für Studierende, egal welcher Nationalität, gilt deshalb: Sie sollten sich so früh wie möglich Gedanken um ein Finanzierungskonzept machen. Helfen kann ihnen dabei die Sozialberatung des Studentenwerks, die es an jeder Hochschule gibt. Mögliche Geldquellen sind dabei Zahlungen der Eltern, Geld vom Staat nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG –, Stipendien und Studienkredite.

Die meisten Studierenden, das zeigen die Erfahrungen der Studentenwerke, finanzieren sich mit einem Mix aus diesen unterschiedlichen Einnahmequellen, wobei das Geld der Eltern und Einkünfte aus Jobs die wichtigsten Finanzquellen sind: Drei von vier Studentinnen und Studenten in Deutschland müssen nebenbei jobben, um sich das Studium leisten zu können.

Seit mittlerweile 40 Jahren gibt es mit dem BAföG staatliche Unterstützung für Studierende, deren Familien bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Rund ein Viertel der Studenten bekommt diese Zuschüsse. Das Besondere dabei: Die BAföG-Zahlungen müssen nach dem Studium nur zur Hälfte zurückgezahlt werden. Wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen, können auch Studierende aus dem Ausland BAföG beantragen. Wer nicht genau weiß, ob er berechtigt ist, kann sich Rat bei den Studentenwerken der jeweiligen Universitäten suchen.

Vorsichtig sollten Studierende dabei insbesondere sein, wenn sie einen Kredit aufnehmen: Hier raten Fachleute dringend zu einer vorherigen ausführlichen Beratung, damit das Studium nicht mit einem unüberwindbaren Schuldenberg beendet wird. "Grundsätzlich sollte man immer versuchen, erst einmal alle anderen Geldquellen auszuschöpfen", sagt die Kreditexpertin Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale NRW.

Autor: Armin Himmelrath
Redaktion: Svenja Üing

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