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Aktuell Asien

Nordkorea testet neue Schiff-Abwehrrakete

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine hochpräzise Rakete für Schiffsangriffe getestet. Machthaber Kim will offenbar die gesamte Marine mit ihr ausrüsten. Experten sehen große Ähnlichkeit zu einer russischen Rakete.

Machthaber Kim Jong Un (Artikelbild) nutzte den Raketentest für einen neuen Propaganda-Auftritt. So vermeldet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, die "intelligente" Rakete habe ihr Ziel präzise gesucht und getroffen und veröffentlichte Bilder, die den Staatschef bei dem Manöver zeigen sollen. Wie es hieß, soll "in Kürze" die gesamte nordkoreanische Marine mit der neuen Schiff-Abwehrrakete ausgerüstet werden. Kim habe zudem die Entwicklung weiterer taktischer Hochpräzisionswaffen gefordert.

Gab es Hilfe aus Russland?

Raketentest, Bilder und Verlautbarungen sind Teil des üblichen nordkoreanischen Säbelrasselns vor der jährlichen Frühjahrsübung des südkoreanischen Militärs mit seinem Verbündeten, den USA. Bereits in den vergangenen Wochen hatte Nordkorea eine Reihe von Übungen der Luftwaffe und der Marine abgehalten.

Und doch bereitet die neue Rakete Beobachtern Sorge. Denn sie scheint identisch mit dem russischen Raketentyp KH-35 zu sein. "Sie sieht genau wie eine KH-35 aus", sagte Jeffery Lewis vom kalifornischen Institut für Internationale Studien in Monterey. Diese nuklear bestückbare Schiff-Abwehrrakete erreicht hohe Geschwindigkeiten über dem Meer. Es stelle sich die Frage, so Lewis weiter, ob und falls ja, unter welchen Umständen Moskau Nordkorea bei der Entwicklung der Rakete geholfen habe. In den vergangenen Jahren waren hohe Regierungsbeamte verstärkt nach Russland gereist. Im Mai steht der erste offizielle Staatsbesuch Kim Jong Uns in Moskau an.

Wie groß ist die nukleare Bedrohung?

Erst im Januar teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit, Nordkorea habe "signifikante Schritte" auf dem Weg zur Bestückung seiner Raketen mit nuklearen Sprengköpfen gemacht. Das Land verfüge inzwischen über die Technologie, um zumindest einen kleinen Atomsprengkopf zur Bestückung einer Rakete zu bauen.

Außerdem zeigen in den USA veröffentlichte Satellitenfotos anscheindend ein neues U-Boot Nordkoreas, das auch Langstreckenraketen abschießen kann. Durch ein solches U-Boot-getragenes Raketensystem würde sich eine nukleare Bedrohung durch Nordkorea weit über die koreanische Halbinsel erstrecken.

Trotz internationaler Sanktionen treibt Nordkorea seit einiger Zeit die Entwicklung ballistischer Raketen voran. Bis jetzt hat das Land drei Atomtests vorgenommen, den bislang letzten vor knapp zwei Jahren im Februar 2013. Als Reaktion auf eine UN-Resolution, die schwere Menschenrechtsverletzungen in dem autoritär-kommunistischen Staat verurteilt, hatte die Regierung in Pjöngjang kürzlich mit einem vierten Test gedroht.

cw/se (afp, rtre, afpe)