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Aktuell Asien

Nordkorea reagiert scharf auf US-Sanktionen

Bei den neuen Sanktionen handele es sich um eine feindliche Politik der USA, lautet die Einschätzung der kommunistischen Führung in Pjöngjang. Nordkorea werde sich aber dadurch nicht in die Knie zwingen lassen.

Im Streit um die Hackerangriffe auf das Film-Studio Sony Pictures hat Nordkorea betont, die neuen Sanktionen würden das Land nur weiter in seiner Politik stärken, die dem Militär Vorrang gibt. Mit den Strafmaßnahmen setzten die USA ihre feindliche und repressive Politik fort, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die USA missbrauchten den Hackerangriff, um sein Land weiter zu isolieren. Nordkorea werde sich aber dadurch nicht in die Knie zwingen lassen.

Die USA hatten am Freitag die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft. Sie machen das kommunistische Regime für Cyber-Attacken auf das Filmstudio Sony Pictures verantwortlich. Anlass ist die US-Kinosatire "The Interview" um die fiktive Ermordung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un.

Pjöngjang bestreitet jede Beteiligung

Die nordkoreanische Führung, die den Film scharf verurteilt hat, wies nochmals sämtliche Vorwürfe zurück, hinter der Cyber-Attacke zu stecken. Anonyme Hacker waren Ende November in die Systeme von Sony Pictures eingedrungen und hatten vertrauliche Informationen veröffentlicht, um das Filmstudio zu zwingen, die Politsatire abzusetzen. Sony zog den Film nach den Drohungen der Hacker zunächst zurück, veröffentlichte ihn nach Kritik an der Entscheidung aber dann doch. Washington macht für den Netz-Angriff die nordkoreanische Führung verantwortlich.

Antwort auf "zahlreiche Provokationen"

Betroffen von den neuen US-Sanktionen sind drei Organisationen und Unternehmen sowie zehn Regierungsmitglieder des kommunistischen Staates. Diesen wird künftig der Zugang zum US-Finanzsystem verwehrt. US-Finanzminister Jacob Lew teilte mit, die jetzigen Strafmaßnahmen seien die Antwort auf die "zahlreichen Provokationen, insbesondere die jüngste Cyberattacke auf Sony Pictures und die Drohungen gegen Kinos und Zuschauer". Nordkorea werde für sein "destruktives und destabilisierendes Verhalten" zur Verantwortung gezogen. Präsident Barack Obama hatte ergänzt, die Maßnahmen richteten sich nicht gegen die Bevölkerung Nordkoreas, sondern allein gegen die Regierung in Pjöngjang.

Es bestehen bereits zahlreiche US-Sanktionen gegen Nordkorea, etwa wegen des Atomprogramms des international abgeschotteten Landes. Laut US-Regierungsangaben sind die Sanktionen im Fall von Sony Pictures der erste Fall, in dem Strafmaßnahmen wegen der Bedrohung eines Privatunternehmens verhängt wurden.

qu/sti (rtr, dpa, APE)