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Aktuell Asien

Nordkorea deutet Atomtest-Moratorium an

Ein Zeichen der Entspannung auf der koranischen Halbinsel? Pjöngjang stellt ein Aussetzen der Atomtests in Aussicht. Die Bedingung: Die USA und Südkorea sollen die gemeinsamen jährlichen Militärmanöver absagen.

Der Vorschlag für ein temporäres Aussetzen der nordkoreanischen Atomtests sei der US-Regierung über "zuständige Kanäle" unterbreitet worden, meldete die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KNCA. Voraussetzung für das Moratorium sei die Absage der gemeinsamen jährlichen Militärmanöver der USA mit Südkorea. Die Absage der Manöver wäre ein Beitrag der USA zum Abbau der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

USA lehnen ab

Die USA wiesen den Vorstoß als eine "unterschwellige Drohung" zurück. Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, die Verknüpfung von Routinemanövern mit der Möglichkeit eines weiteren Atomtests sei wenig hilfreich. Jeder weitere Atomtest Nordkoreas stelle einen Verstoß gegen bestehende UN-Resolutionen dar. Zugleich rief sie das Regime in Pjöngjang auf, die nötigen Schritte zum Abbau der atomaren Bedrohung auf der koreanischen Halbinsel zu unternehmen.

Die gemeinsamen Militärmanöver von Südkorea und den USA führen jedes Jahr zu Spannungen mit dem abgeschotteten Nordkorea, das sich dadurch bedroht fühlt. Die USA haben in Südkorea fast 30.000 Soldaten stationiert. Alle bisherigen Bitten Pjöngjangs, die Übungen abzusagen, wurden in Washington und Seoul nicht erhört.

Nordkorea hat bislang drei Atomtests vorgenommen, den bislang letzten vor knapp zwei Jahren im Februar 2013. Als Reaktion auf eine UN-Resolution, die schwere Menschenrechtsverletzungen in dem kommunistischen Staat verurteilt, hatte die Regierung in Pjöngjang kürzlich mit einem vierten Test gedroht. Nach Ansicht der südkoreanischen Regierung verfügt Nordkorea inzwischen über die Technologie, um zumindest einen kleinen Atomsprengkopf zur Bestückung einer Rakete zu bauen.

Spannungen wegen Nordkorea-Satire

Der Vorschlag aus Pjöngjang kommt zu einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA besonders angespannt sind. Washington macht Nordkorea für Cyber-Attacken auf das Filmstudio Sony Pictures und Terrordrohungen verantwortlich. Anlass ist die US-Kinosatire "The Interview" um die fiktive Ermordung des nordkoreanischen Herrschers Kim Jong Un im Auftrage der USA. Sony hatte den Film erst zurückgezogen, danach aber doch freigegeben. Das Regime in Pjöngjang bestritt wiederholt, hinter dem Hackerangriff zu stecken, und kritisierte die US-Regierung dafür, nicht auf seinen Vorschlag zu gemeinsamen Ermittlungen einzugehen. Die USA benutzten die Hacking-Affäre, um Nordkorea weiter zu isolieren, hieß es.

cr/uh (rtr, dpa, afp)