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Aktuell Afrika

Nigerias Islamisten unter Sperrfeuer

Massenfestnahmen von Anhängern von Boko Haram, die Rückeroberung einer Kleinstadt und harte Worte auf einem Gipfeltreffen - die afrikanischen Staaten wollen gegen die Extremisten nicht klein beigeben.

Die Polizei im Niger hat nach eigenen Angaben mehr als 160 mutmaßliche Anhänger der nigerianischen Terrormiliz Boko Haram festgenommen. Die Verdächtigen hätten dank der Mithilfe der örtlichen Bevölkerung der Region Diffa im Südosten des Landes festgenommen werden können, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Verdächtigen würden derzeit von den Anti-Terror-Behörden verhört. In Diffa hatte es in den vergangenen Tagen mehrere blutige Anschläge von Boko Haram gegeben. Es waren die ersten derartigen Angriffe im Niger.

Laut dem Polizeisprecher wurden auch nahe der zweitgrößten Stadt des Landes, Zinder, zahlreiche weitere Verdächtige festgenommen. Regionalgouverneur Kalla Moutari sagte, knapp 10.000 Einwohner von Diffa seien nach den jüngsten Gewalttaten nach Zinder geflohen. Niger hatte sich kürzlich der regionalen Einsatztruppe gegen Boko Haram angeschlossen.

Am Dienstag demonstrierten tausende Menschen in Nigers Hauptstadt Niamey gegen Boko Haram. Unter dem Motto "Boko Haram ist verboten" zog der Protestmarsch durch das Stadtzentrum, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, Geschäfte entlang der Strecke blieben geschlossen.

"Wir müssen Boko Haram ausrotten"

In Kamerun wurden nach Auskunft der Armee rund 1000 Menschen festgenommen, die Verbindungen zu der Extremisten-Gruppe haben sollen. Bei Kämpfen im Norden des Landes zwischen Armee und Boko Haram seien zudem 86 Rebellen sowie fünf Soldaten getötet worden. Es habe in der Region von Waza eine Reihe von Zusammenstößen mit den Islamisten gegeben, so ein Sprecher weiter. Boko Haram hatte in den vergangenen Monaten ihre Angriffe vom Nordosten Nigerias auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger ausgedehnt. Das führte zum Eingreifen der dortigen Streitkräfte in den Konflikt.

CEEAC-Treffen in Kamerun (Foto: picture-alliance/dpa/Fabrice Ngon)

Das CEEAC-Treffen in Kamerun: In der Mitte der gastgebende Staatschef Paul Biya

Ebenfalls in Kamerun berieten mehrere Staatschefs aus der Region über den Kampf gegen die Extremisten. "Wir müssen Boko Haram ausrotten", sagte Kameruns Präsident Paul Biya zur Eröffnung des Treffens der Wirtschaftsgemeinschaft der Zentralafrikanischen Staaten (CEEAC) in der Hauptstadt Jaunde, an dem Tschads Präsident Idriss Déby Itno sowie die Staatschefs von Äquatorialguinea, Gabun, dem Kongo und Zentralafrika teilnahmen. Nigeria und Niger waren nicht vertreten, da sie nicht zur CEEAC gehören.

"Kein Kreuzzug gegen den Islam"

Biya betonte die "völlige Unmöglichkeit eines Kompromisses" mit Boko Haram. Er unterstrich zudem, dass der Kampf gegen die Extremisten "kein Kreuzzug gegen den Islam" sei. Die Länder der CEEAC verpflichteten sich bei dem Treffen, Kamerun und den Tschad militärisch, finanziell und logistisch gegen Boko Haram zu unterstützen. Sie riefen zudem Nigeria auf, die Kooperation mit seinen Nachbarn zu verstärken.

Dessen Streitkräfte konnten unterdessen einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Nordosten des Landes von Boko Haram zurückerobern. Mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive sei die Kleinstadt Monguno aus der Gewalt der Islamisten befreit worden, teilte ein nigerianischer Armeesprecher mit. Es habe Festnahmen und auch Tote gegeben. Die Rückeroberung Mongunos, die zunächst von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden konnte, markiert den ersten größeren Erfolg der Armee im Kampf gegen Boko Haram seit der Verschiebung der Präsidentenwahl. Die ursprünglich für vergangenen Samstag geplante Abstimmung wurde wegen der prekären Sicherheitslage im Nordosten des ölreichen westafrikanischen Landes um sechs Wochen verschoben. Dies sollte den Streitkräften mehr Zeit geben, Boko Haram zurückzudrängen.

sti/kle (afp, dpa, rtr)

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