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Aktuell Afrika

Boko Haram greift im Tschad an

Die nigerianische Terrormiliz Boko Haram hat erstmals ein Dorf im Nachbarland Tschad überfallen. Die islamischen Extremisten brachten mindestens fünf Menschen um und zündeten die Hütten der Bewohner an.

Kämpfer der Islamistengruppe überquerten in der Nacht den Tschad-See und griffen das Dorf Ngouboua an. Die Kämpfer hätten "auf alles geschossen, was sich bewegte", sagte Militärsprecher Azem Bermandoa Agouna. Die Nachrichtenagentur dpa vermeldet sogar 10 Tote. Außerdem brannten die Terroristen zwei Drittel des Dorfes nieder. Nach dem Angriff flüchteten sie laut dem Militärsprecher in Richtung Nigeria. In der vergangenen Woche waren rund 7000 Nigerianer auf der Flucht vor Boko Haram in dem Ort Ngouboua untergekommen.

Boko Haram attackiert Nachbarstaaten

Die Terrormiliz, die den Nordosten Nigerias kontrolliert, hat in jüngster Zeit auch die Nachbarländer Niger und Kamerun angegriffen. Vergangenen Freitag schlugen die Kämpfer in den nigrischen Dörfern Diffa und Bosso zu. Aus Angst vor Angriffen sind Tausende Einwohner der Grenzgebiete des Nigers auf der Flucht. Angesichts des Übergreifens des Konflikts beschlossen die Anrainerstaaten des Tschad-Sees vor wenigen Tagen den Aufbau einer 8700 Mann starken Eingreiftruppe gegen Boko Haram. Der Angriff auf Ngouboua ist wohl ein Racheakt der Islamistenmiliz auf das Eingreifen der tschadischen Armee in den Kampf gegen die Terrormiliz.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat, vor allem im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Miliz bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen um die 13.000 Menschen.

chr / ul (dpa, afp)

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