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Wirtschaft

Nachdenklicher Ausklang in New York

Sowohl für Globalisierungsgegner als auch -enthusiasten ist nach dem 11. September eine neue Zeit angebrochen. Dies hat sich beim 32. Treffen der "Global leaders" aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien gezeigt.

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Das Weltwirtschaftsforum als Bühne für Pro- und Contra-Diskussionen

In diesem Jahr war alles anders: Erstmals ging es mehr um Terror, Kulturen-Streit und Armutsbekämpfung als um Profite, Aktionäre und Wirtschaftswachstum. In ihren Äußerungen waren die Staats- und Wirtschaftslenker gar nicht so weit entfernt von den Positionen ihrer Gegner auf dem Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre.

Brennpunkt soziale Kluft

Die Kluft zwischen armen und reichen Ländern hat sich zum zentralen Thema der fünftägigen Konferenz entwickelt. Viele Delegierte haben sich besorgt gezeigt, dass die Früchte der Globalisierung ungleichmäßig verteilt sind. So hatte beispielsweise der renommierte US-Wirtschaftsexperte Jeffrey Sachs die internationalen Finanzsituationen und die USA für den Tod von Millionen armer Menschen verantwortlich gemacht.

Bei den Beratungen der rund 2.700 in New York versammelten Manager, Politiker und Wissenschaftler war immer wieder Kritik an der Handelspolitik der USA und Europas laut geworden.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat in seiner Rede zum Abschluss des Weltwirtschaftsforum (WEF) in New York die Verantwortung der Wirtschaft für die Belange der Armen in der Welt betont. Regierungen fänden oft erst den Mut und die Mittel das Richtige zu tun, wenn die Unternehmen vorangehen, sagte Annan.

Kritik am Globalisierungsprozess wies Annan zurück: "Die Globalisierung ist nicht nur der Grund für Armut und soziale Probleme, sondern die beste Hoffnung, um diese Probleme zu überwinden."

"Marshall-Plan" für die muslimische Welt

Der jordanische König Abdullah hat einen Wirtschaftsplan des
Westens zur Förderung des Aufschwungs in der muslimischen Welt gefordert. "Die Bevölkerung der muslimischen Welt ist heutzutage sehr jung. Zu viele dieser Menschen leben in Armut, die ihnen die Hoffnung stiehlt und Verzweiflung sät", warnte Abdullah. Die Hilfe könne sich an den Plänen für den Wiederaufbau Afghanistans orientieren. Weiterhin mahnte der jordanische König eine internationale Intervention zur Lösung des israelisch-arabischen Konfliktes an.

Friedliche Bilanz

Bei der Gegenveranstaltung von rund 40.000 Sozialpolitikern und Menschenrechtsvertretern im brasilianischen Porto Alegre war am 3. Februar ein selbst ernannter "Gerichtshof" zusammengetreten, um über die Verschuldung der Dritten Welt zu beraten. Die Schulden, so lautete das Urteil, seien "illegal, ungerecht und nicht eintreibbar", weil sie "außerhalb der Auflagen nationalen und internationalen Rechts und ohne Konsultation der Bevölkerung" entstanden seien.

Tausende Globalisierungsgegner demonstrierten während des fünftägigen Forums in New York. Anders als bei Wirtschaftskonferenzen in den vergangenen Jahren blieb es dabei jedoch weitgehend friedlich. (cg/kas)

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