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Wirtschaft

Mit den eigenen Waffen schlagen

Kritiker und Gegner der Globalisierung haben zu Protesten gegen das Weltwirtschaftsforum in New York aufgerufen - mit großen Gegenveranstaltungen, Website-Blockaden und Demos, die über das Internet koordiniert werden.

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Website von International A.N.S.W.E.R.

Die Szene der Globalisierungsgegner macht schon seit Wochen gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in New York mobil. Das ursprünglich im schweizerischen Davos beheimatete Treffen von Führungspersonen aus Politik und Wirtschaft sehen Kritiker als einen Kungelclub der Mächtigen. Nach Ansicht der WEF-Gegner dient die Globalisierung vor allem den Industrieländern und den transnationalen Konzernen. So vielfältig die Meinungen der Globalisierungsgegner sind, so unterschiedlich sind auch die Protestformen.

Größte Gegenveranstaltung in Porto Alegre

Rund 50.000 Menschen haben zur Eröffnung eines Weltsozialforums am 31. Januar 2002 in der brasilianischen Stadt Porto Alegre für Frieden und soziale Gerechtigkeit demonstriert. Der gastgebende Gouverneur Olívio Dutra begrüßte die Globalisierungskritiker als "Erben des fortschrittlichen Denkens, der freiheitlichen Anliegen und der demokratischen Prinzipien". Die Teilnehmer des Weltsozialforums aus mehr als 100 Ländern wollen bis zum 5. Februar über Alternativen zur "neoliberalen Globalisierung" diskutieren. Das Weltsozialforum findet zum zweiten Mal statt und steht unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich". Mit bis zu 60.000 Anmeldungen ist die Teilnehmerzahl etwa drei Mal so hoch wie 2001.

WEF-Webserver blockiert

Andere Anti-WEF-Aktivisten haben eine weniger traditionelle Form des Protestes gewählt: Seit Donnerstagmittag blockieren sie die Internet-Homepage des World Economic Forums (WEF), die damit lahm gelegt ist. Auf verschiedenen WEF-kritischen Internetsites wurde zum "virtuellen Sit-in" gegen das WEF aufgerufen. Dabei werden kleine Programme zum Download bereit gestellt, die die WEF-Homepage ununterbrochen aufrufen und überlasten sollen. Eine WEF-Mitarbeiterin bestätigte der schweizerischen Website "tagesanzeiger.ch", dass der Webserver überlastet ist. Der genaue Grund sei zwar nicht bekannt. Man gehe jedoch davon aus, dass "ein Zusammenhang mit den Aufrufen im Internet besteht". Zur Zeit versuchten Techniker, das Problem zu lösen.

Protestvorbereitungen über das Internet

Überhaupt sind die Globalisierungsgegner im Medium Internet sehr aktiv. Das ist in gewisser Hinsicht erstaunlich: Schließlich symbolisiert für viele der Internet-Boom und die viel gepriesene "New Economy" in den vergangenen Jahren das Phänomen der Globalisierung. Dennoch bereiten die Kapitalismusgegner die Protestaktionen in New York über das Internet vor. Dabei werden nicht nur die programmatischen Aufrufe, ausdruckbare Flyer und geplanten Aktionen veröffentlicht. Vielmehr dient die Website als logistische Koordinationsstelle für die Proteste: Auf der Internet-Seite der Organisation International A.N.S.W.E.R. (Act Now to Stop War & End Racism) sind Informationen über Anfahrwege zum WEF-Tagungsort, Unterbringungsmöglichkeiten und Essensmöglichkeiten in New York während der Protesttage zu finden. Für weitergehende Fragen wurden einzelne E-Mail-Adressen eingerichtet, an die sich interessierte Demonstranten wenden können.

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