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Kultur

Mythos Mount Everest

Über 180 Menschen haben bisher bei der Besteigung des Mount Everest ihr Leben verloren. Was fasziniert Bergsteiger derart am höchsten Berg der Erde, dass sie trotz erheblicher Risiken auf den Gipfel wollen?

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"Die ganze Welt unter uns"

"Einen Punkt zu erreichen, von dem aus es keine Steigerung mehr geben kann, hat etwas unwiderstehlich Magisches an sich". So beschreibt Bergsteiger Hartmut Bielefeldt, der 2002 den Everest bezwang, die Besonderheit des höchsten Bergs der Erde.

Unbeschreibliches Glück

"Es war einer der schönsten Augenblicke meines Lebens. Und das Interessante ist nicht auf dem Gipfel selbst, sondern die 20 oder 50 Meter davor, wenn man weiß, wir schaffen das. Das ist ein Glücksmoment, den kann man kaum beschreiben. Da fällt alles in einem zusammen, da kommt alles zusammen, da ist eine große Einheit und so habe ich es auch erfahren", erzählt Hermann Warth noch heute von seiner Expedition im Oktober 1979.

Freies Bildformat: Mount Everest, Bild 4

Mount Everest

Die Bergsteiger nehmen einiges auf sich, um ihren Traum vom Gipfelsturm zu erreichen: Risiken wie Schneeblindheit von der starken Sonneneinstrahlung, die vom Schnee noch reflektiert wird, herabfallende Steine oder Eisbrocken, Lawinen. Und Höhenluft ist bekanntlich dünn. Auf dem Mount Everest steht nur noch etwa ein Drittel des sonst üblichen Sauerstoffs zur Verfügung. Dadurch drohen Krankheiten wie akute Höhenkrankheit, Lungen- und Hirnödem, die Bewusstseinsstörungen, Desorientiertheit, Konzentrationsmangel, Halluzinationen und Koordinationsprobleme verursachen können. Und so steigt natürlich auch das Risiko eines Absturzes.

Risiken und Folgeschäden

Hartmut Bielefeldt hatte während seiner Mount Everest-Besteigung gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen: "Während des Tages hatte ich meistens am Rand der Sonnenbrille vorbeigeschaut, weil die Brille durch die Sauerstoffmaske beschlagen war. Beim Abstieg vom Gipfel bekam ich dann die Rechnung dafür: eine leichte Schneeblindheit. Ich sah alles wie durch einen weißen Schleier und konnte die Fußstapfen im Schnee nicht mehr erkennen."

Freies Bildformat: Mount Everest, Bild 2

Mount Everest Nordwand Quelle: Dieter Porsche



Völlig erschöpft ließ er sich schließlich in den Schnee sinken, um auf Hilfe zu warten. Rückblickend weiß er, dass das genau der falsche Weg war: "Das ist genau das, was man in vielen Büchern liest und überhaupt nicht verstehen kann: dass sich einer hinsetzt und auf Hilfe wartet. Im Nachhinein weiß ich das auch besser. Ich hätte schauen sollen, dass ich da irgendwie runterkomme. Aber man ist einfach erschöpft und fertig und denkt nicht mehr hundertprozentig logisch."

Bis zu 60.000 Dollar

Bielefeldt trug Erfrierungen an den Händen, Füßen und der Nase davon. Daher schloss sich an seinen Bergtrip noch ein zweiwöchiger Krankenhausaufenthalt in Deutschland an, um die Erfrierungen zu behandeln. Trotzdem sagt er heute: "Immerhin ist alles ohne Folgeschäden geblieben, und das war ein derart einzigartiges Erlebnis sicherlich wert. Wir konnten im Sonnenschein die ganze Welt unter uns genießen."

Einzigartig bleibt das Erlebnis für die meisten Bergsteiger alleine schon aufgrund der Kosten, die für eine Besteigung aufgebracht werden müssen. Für eine komplett organisierte Expedition müssen etwa 60.000 US-Dollar bezahlt werden. Der Magie des Augenblicks auf dem höchsten Gipfel der Welt tut dies aber keinen Abbruch.

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