1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Muslimin im Zentrum der Macht

Eine Diplomatin aus Bahrain leitet die UN-Vollversammlung. Sheika Haya Rashed Al Khalifa ist die dritte Frau und die erste Muslimin auf diesem Posten. Ihr Ziel: Frauenrechte in Entwicklungsländern fördern.

UN Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen Sheika Haya Rashed Al Khalifa, Quelle: AP

Das Ziel von Sheika Haya: Politik machen für benachteiligte Frauen

Bei der Eröffnung der UN-Vollversammlung hat Sheika Haya verstärkte Anstrengungen im weltweiten Kampf gegen Armut gefordert. Als wichtigstes Ziel auf ihrer politischen Agenda bezeichnete sie dabei den Einsatz für die Frauenrechte. Es könne nicht akzeptiert werden, dass die Hälfte der Menschheit generell weniger Bildungschancen, eine schlechtere Gesundheitsversorgung sowie geringere Verdienstmöglichkeiten und Eigentumsrechte habe.

Nada Al-Hifaz, die bahrainische Gesundheitsministerin, die Sheikha Haya näher kennt, freute sich über die Ernennung: "Ich bin wirklich sehr glücklich und stolz, weil sie die erste arabische Frau ist, die diese sehr wichtige politische Funktion auf internationaler Ebene übernimmt, weil sie zugleich die Vertreterin von Bahrain ist."

Bild der Frau in der arabischen Welt

Auch Najat Ruschdi, die Koordinatorin des UN-Wachstumsprogramms für die Region der Arabischen Welt, sieht in der Ernennung von Sheikha Haya eine optimistische Perspektive: "Ihre Verantwortung und ihre Präsenz trägt zweifellos dazu bei, dass sich das Bild von der arabisch-muslimischen Frau in der nicht-arabischen Welt ändert."

Sheikha Haya bekleidet dieses Amt seit dem 8. Juni 2006. Sie ist nach 40 Jahren die dritte Frau, die das Zepter bei der UN-Vollversammlung in der Hand hält. Sheikha Haya ist Mitglied der Herrscher-Familie von Bahrain, studierte an der besten Universität in der Golf-Region und später der Pariser Sorbonne. Die Juristin für Internationales Völkerrecht war die erste Frau Bahreins, die sich als Anwältin etablieren konnte. Dabei war sie immer wieder mit den religiösen Gerichtshöfen konfrontiert, die die islamischen Gesetze über die Rolle der Frau traditionell und konservativ auslegen. Die weltgewandte Diplomatin vertrat ihr Land als Botschafterin in vielen Hauptstädten Europas, zuletzt in Paris und als Vertreterin der UNESCO.

Die Ausnahme und nicht die Regel

Die Ernennung von Sheikha Haya löste innerhalb der politischen Klasse eine Diskussion darüber aus, inwieweit ihr Karrieresprung als Fortschritt und Ausdruck der politischen und gesellschaftlichen Reformen im Lande angesehen werden kann. Eine solche Ernennung könne die bestehenden fundamentalistischen Strömungen in ihrem Land nicht überdecken, meint die bahrainische Frauen-Aktivistin Ghada Djamshir. Sie widerspricht damit der Einschätzung, dass das Land seit 1999, dem Jahr der Amtsübernahme von König Hamad Ben Issa Aal Khalifah, grundlegende Reformen erlebt habe.

In ihrer ersten Rede nach Übernahme ihres neuen Postens bei der UNO sagte Sheikha Haya auch, dass ihre muslimische Religion sie nicht an der Ausübung ihrer Funktion hindern werde, und erklärte, dass die wirkliche Herausforderung für sie in der Durchsetzung der Tagesordnung für die Reformen der Vereinten Nationen liegen werde.

Die Redaktion empfiehlt