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Eishockey-WM

Mit erfrischtem Draisaitl gegen Lettland

Das deutsche Eishockey-Team bereitet sich bei der WM in Köln auf das Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Lettland vor. Entscheidender Faktor sollen zwei NHL-Profis sein, die erst am Samstag zum Team gestoßen sind.

Der erste Auftritt war beeindruckend, nun soll NHL-Profi Leon Draisaitl auch an diesem Abend gegen Lettland entscheidend dazu beitragen, dass die deutsche Eishockey-Auswahl bei der Heim-WM in Köln ins Viertelfinale kommt. Der Sonntag war für das gesamte Team frei - lediglich der ebenfalls erst am Samstag aus den USA nachgereiste NHL-Torhüter Philipp Grubauer stand auf dem Eis. Draisaitl ließ sich derweil von seiner Mutter aufpäppeln. Bundestrainer Marco Sturm hatte seinen besten Spieler in eine Art Sonderurlaub geschickt: Übernachten im Elternhaus, Muttertag bei der Mama verbringen und dank der besonderen Pflege und Kochkunst gestärkt und erfrischt wieder zum Team zurückkehren. "Das hat er sich auch verdient", kommentierte Marco Sturm diese Maßnahme nach Draisaitls WM-Traumeinstand.

Keine zehn Stunden nach seiner Landung in Frankfurt am Main hatte der Jungstar der Edmonton Oilers das deutsche Team zu einem eminent wichtigen Sieg geführt. In Köln, in seiner Heimatstadt, wollten die 18.712 begeisterten Zuschauer in der ausverkauften Arena ihren Helden gar nicht mehr gehen lassen. Immer wieder feierten sie den Weltklassespieler mit Sprechchören, immer wieder grüßte der Jetlag-geplagte, aber emotional aufgewühlte Draisaitl in die Menge. "Ich bin hier aufgewachsen. Ich habe hier angefangen, Eishockey zu spielen und habe viel gelernt. Natürlich ist das etwas Besonderes für mich, hier zu spielen", sagte er nach seinem ersten Spiel bei seiner insgesamt dritten WM für Deutschland.

Verlieren verboten!

Eishockey-WM: Italien - Deutschland (Picture-Alliance/dpa/M. Skolimowska)

Einstand nach Maß: Schon nach drei Minuten bereitete Leon Draisaitl gegen Italien das 1:0 vor

Das nächste Spiel muss nun unbedingt den nächsten Erfolg bringen: Denn nur mit einem Sieg gegen die Letten zieht der WM-Gastgeber in das Viertelfinale ein. "Natürlich ist es ein Endspiel oder ein Spiel sieben. Wir müssen als Mannschaft die Leistung bringen", sagte Grubauer. "Wenn wir Spaß haben und unser Spiel spielen, dann wird das schon." Der 25-Jährige von den Washington Capitals ist neben Draisaitl der deutsche Hoffnungsträger. "Es ist nicht der Leon allein oder ich allein oder nur die NHL-Spieler", beschwichtigte Grubauer. Bundestrainer Sturm hatte in Aussicht gestellt, dass Grubauer nach den Patzern von Ersatz Danny aus den Birken und der Verletzung des umstrittenen NHL-Torhüters Thomas Greiss gegen die Letten erstmals spielen wird.

Sturm erklärt Thema Greiss als beendet

Von Greiss war bekannt geworden, dass er während des US-Präsidentschaftswahlkampfs auf der Social-Media-Plattform Instagram unter anderem einem Post mit einem Vergleich der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler ein "Like" gegeben hatte. "Nie verhaftet, nie verurteilt, genauso unschuldig wie Hillary", heißt es in dem Post, der ein Bild Hitlers zeigt. Marco Sturm begrüßte nun die öffentliche Entschuldigung des Nationaltorwarts.

Trainer Marco Sturm Eishockey (picture alliance/M.Skolimowska)

Bundestrainer Marco Sturm

"Es ist gut so. Er weiß im Nachhinein, dass er es nicht hätte machen sollen", sagte Sturm am Montag nach dem Training in Köln. Greiss' NHL-Klub New York Islanders hatte, anders als der Deutsche Eishockey-Bund (DEB), eine Erklärung des Torhüters veröffentlicht. "Ich entschuldige mich dafür, dass ich mit einigen Posts aus meiner Timeline interagiert habe, mit denen dies falsch war", wurde der 31-Jährige im Statement der Islanders zitiert: "Diese Posts zu liken, war ein Fehler, und ich entschuldige mich noch einmal in aller Form."

Nun also gilt: volle Konzentration auf den Sport. Lettland ist bisher überraschend stark aufgetreten und hat mit Erfolgen über Dänemark, die Slowakei und Italien neun Punkte geholt. Im vergangenen September hatte sich die deutsche Auswahl mit Grubauer im Tor in Riga für die Olympischen Winterspiele 2018 qualifiziert. "Natürlich schaut man zurück, aber es hat sich so viel geändert. Es ist ein anderer Kader", sagte Grubauer. Gutes Omen für das DEB-Team: Schon damals, beim knappen 3:2-Sieg, waren Draisaitl und Grubauer zwei Garanten des deutschen Erfolgs.

asz/ck (dpa, sid)

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