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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Mike Pence - Innehalten in Dachau

Der US-Vizepräsident hat im Anschluss an seine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz die KZ-Gedenkstätte Dachau besucht. Von der Gestaltung des Gedenkortes zeigte er sich tief beeindruckt

Deutschland Münchner Sicherheitskonferenz 2017 Pence Besuch KZ Dachau (Reuters/M. Dalder)

US-Vizepräsident Mike Pence und seine Frau Karen

Begleitet wurde der amerikanische Vizepräsident bei seinem Rundgang über das Gelände auch von einem Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau, der Pence von dem Grauen berichtete, das er damals erlebt hat. Abba Naor, heute 89 Jahre alt, war damals in Außenlagern des Konzentrationslagers inhaftiert, wo er für die Nationalsozialisten als Zwangsarbeiter schuften musste. Er führte Pence durch die Gedenkstätte, das Museum, über den Appellplatz, in eine rekonstruierte Baracke und den Krematoriumsbereich. "Da ich ein Erzähler bin, habe ich ihm erzählt", sagte Naor. "Und er war sehr neugierig, er hat alles wissen wollen."

Deutschland US-Vizepräsident Pence in Dachau (picture alliance/dpa/S. Hoppe)

Der Holocaustüberlebende Abba Naor (r.) führt Familie Pence durch die Gedenkstätte

Bei dem Rundgang mit dabei waren auch die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Hammermann, und der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. Dieser gab dem US-Vizepräsidenten laut einer Mitteilung der Stiftung mit auf den Weg: Pence möge in seiner Funktion mithelfen, "dass unsere Welt wieder friedlicher wird". In Deutschland zeige wohl kein anderer Ort besser auf, wie wichtig das couragierte Eintreten der Amerikaner gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gewesen sei. Nie wieder dürften unschuldige Menschen Hass, Leid und Mord ausgesetzt sein.

Pence habe sich betroffen und bewegt über die Gräuel der deutschen Nationalsozialisten gezeigt, teilte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten nach der Besichtigung mit, bei der Pence von seiner Frau Karen und Tochter Charlotte begleitet wurde.

Neben der Besichtigung der noch bestehenden historischen Gebäude legte Pence gemeinsam mit seiner Frau einen Kranz für die NS-Opfer am internationalen Mahnmal nieder. Zum Abschluss besuchte er zusammen mit der früheren Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, die jüdische Gedenkstätte auf dem Gelände samt der Synagoge. Anschließend nahm Pence an einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche auf dem Areal teil.

Deutschland US-Vizepräsident Pence in Dachau (picture alliance/dpa/S. Hoppe)

Kranzniederlegung am Mahnmal für die NS-Opfer

Mike Pence war im Jahr 1967, zwei Jahre nach der Eröffnung der Gedenkstätte, schon einmal privat in Dachau gewesen.

Das Lager Dachau war das erste von den Nationalsozialisten errichtete Konzentrationslager, es wurde bereits 1933 kurz nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler errichtet. Im Dachauer KZ und seinen 140 Außenlagern waren von 1933 bis zur Befreiung durch die US-Armee am 29. April 1945 mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert, darunter viele politische Häftlinge. Arbeitsfähige Gefangene wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Mehr als 40.000 Menschen starben. Auf Initiative Überlebender wurde 1965 die Gedenkstätte Dachau eingerichtet.

qu/jj (dpa, afp, epd)

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