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Deutschland

Gestohlenes KZ-Tor aus Dachau wohl in Norwegen gefunden

2014 verschwand die schwarze Eisentür in einer Novembernacht. Jetzt machten die Ermittler in Nordeuropa einen unverhofften Fund. Über die Motive für den Diebstahl gibt es nur Vermutungen.

Tor der Gedenkstätte Dachau in Norwegen sichergestellt (picture alliance/dpa/M.Gambarini)

Schmiedeeiserne Tür der Gedenkstätte in Dachau (Archivbild)

Das vor knapp zwei Jahren gestohlene Portal der KZ-Gedenkstätte Dachau ist vermutlich in Norwegen gefunden worden. Die Polizei in Bergen habe ein eisernes Tor mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" sichergestellt, teilte die Polizei Oberbayern Nord mit. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" handele es sich um die in Dachau entwendete Metallpforte, erklärten die Ermittler, denen bislang nur ein Foto aus Norwegen vorliegt.

Genau vor zwei Jahren, in der Nacht zum 2. November 2014, hatten Unbekannte in der KZ-Gedenkstätte die Eingangstür aus ihrer Verankerung gehoben und abtransportiert. Die Einrichtung sprach damals vom "schwersten Angriff auf den historischen Gebäudebestand" in ihrer Geschichte.

Inschrift seit dem Krieg verschollen

Die rund 100 Kilogramm schwere Tür, die knapp einen mal zwei Meter misst, war das historische Original. Lagerhäftlinge hatten sie während der Nazi-Herrschaft anfertigen müssen. Die zynische Inschrift "Arbeit macht frei", ebenfalls von Insassen geschmiedet, ist jedoch seit dem Krieg verschollen. Sie wurde 1972 durch eine Kopie ersetzt.

Tor der Gedenkstätte Dachau in Norwegen sichergestellt (picture-alliance/dpa/A.Gebert)

Nach dem Diebstahl von 2014 klaffte im Tor eine Lücke (Archivbild)

Nach dem Diebstahl 2014 musste ein weiteres Duplikat der kompletten Schlupftür samt Schriftzug gefertig werden. Das hohe Gewicht des Originals lässt darauf schließen, dass die Straftat organisiert geschah. Vermutet wird ein politisches Motiv.

Der Diakon der evangelischen Versöhnungskirche in der Gedenkstätte Dachau, Klaus Schultz, äußerte sich erleichtert über die Nachricht aus Norwegen. Nach dem Diebstahl sei die Bestürzung unter den KZ-Überlebenden groß gewesen. Für sie habe es eine große Bedeutung, dass die Tür nun wieder aufgetaucht sei, sagte Schultz dem Evangelischen Pressedienst.

"Besonders symbolträchtiges Relikt"

Die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Hammermann, erklärte, sie freue sich, dass "dieses besonders symbolträchtige Relikt des Konzentrationslagers" nun zurückkehre. Selbstverständlich werde das Tor nach einer Restaurierung wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Ob es am historischen Standort oder als Teil der Dauerausstellung gezeigt wird, ist noch offen.

Das Konzentrationslager im oberbayerischen Dachau war das erste große, dauerhaft angelegte KZ der Nazis. Es diente als Modell für viele Lager, die noch folgten. Schon im März 1933, wenige Wochen nach dem Machtantritt Adolf Hitlers, wurden dort die ersten Gefangenen inhaftiert.

jj/wl (dpa, afp, epd)

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