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Sport

Mercedes schenkt Rosberg Monaco-Hattrick

Überraschung beim Großen Preis von Monaco: Nico Rosberg gewinnt zum dritten Mal in Folge das Rennen in Monte Carlo - dank einer Fehlentscheidung seines Teams. Lewis Hamilton ist dabei der Dumme. Vettel wird Zweiter.

Was für ein Rennen! 65 Runden lang fuhr Titelverteidiger Lewis Hamilton auf dem Stadtparcours von Monte Carlo souverän vor dem restlichen Fahrerfeld, alles sah nach einem Start-Ziel-Sieg aus. Doch am Ende beendet er den Großen Preis von Monaco nur als Dritter. Was war passiert?

Der Brite verteidigte am Start seine Pole Position und hatte auch keine Probleme auf der engen und kurvenreichen Rennstrecke die Führung zu behaupten. Rosberg und der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel folgten auf den Plätzen 2 und 3.

Taktische Fehlentscheidung

Monaco Formel 1 Grand Prix Max Verstappen

Verstappens Unfall - der entscheidende Renn-Moment

Die Wende leitete in Runde 66 ein heftiger Unfall des erst 17-jährigen Max Verstappen ein, den der Niederländer unverletzt überstand. Das Safety Car fuhr auf die Strecke und Mercedes holte seinen besten Mann in die Box während Rosberg und Vettel auf der Strecke blieben. Warum? Die Mercedes-Strategen hatten sich verkalkuliert, sie waren von einem größeren Vorsprung Hamiltons ausgegangen. Doch als der Brite nach dem Reifenwechsel auf die Strecke zurückfuhr, schlüpften Rosberg und Vettel an ihm vorbei.

Hamilton konnte es nicht fassen: "Was ist denn da los?", fragte er über Funk. "Hab ich das Rennen jetzt verloren?" Das hatte er. Nur noch 11 Runden waren zu fahren und das Safety Car weiter auf der Strecke, Überholmanöver also nicht erlaubt. Als das Safety Car in Runde 71 das Rennen wieder frei gab, blieben Hamilton nur noch sieben Umläufe, um noch einmal nach vorne zu kommen.

Monaco Formel 1 Grand Prix PK Nico Rosberg

Rosberg auf dem Stadtparcours in Monaco

Doch auf dem engen und kurvenreichen Stadtparcour von Monaco ist Überholen so gut wie unmöglich. Und so änderte sich an der Reihenfolge an der Spitze nichts mehr: Rosberg überquerte die Ziellinie als Erster vor seinem Landsmann Vettel und Hamilton.

Kein Silberpfeil-Zoff

"Absolute Fehlentscheidung", betonte Merceds-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda. Der dreimalige Weltmeister war stinksauer. "Ich freue mich natürlich sehr für Nico, aber um ehrlich zu sein, überwiegt gerade bei mir der Ärger über den Fehler unserer Strategie-Menschen", sagte Lauda. "Alle haben diskutiert, keiner hat eine Entscheidung getroffen, dann haben sie eine getroffen, und die war falsch." Man müsse jetzt "analysieren und dann Konsequenzen ziehen".

Monaco Formel 1 Grand Prix Lewis Hamilton

War nicht gerade amused: Hamilton

Ein Silberpfeil-Zoff wird es aber wohl nicht geben. Nach dem Rennen zeigte sich Hamilton ungewöhnlich entspannt und sportlich fair: "Wir gewinnen und verlieren zusammen", so der Brite. "Das Team macht die ganze Saison über einen super Job." Er werde jetzt eben im nächsten Jahr zurückkommen und hoffen, dass es besser läuft. "Ich hatte natürlich sehr, sehr viel Glück", meinte Rosberg. "Lewis hätte heute mit Sicherheit den Sieg verdient. Aber so laufen halt die Dinge in einem Rennen manchmal."

Hülkenberg kollidiert mit Alonso

Sebastian Vettel freute sich über ein "Super-Ergebnis". "Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht. Aber ich war plötzlich vor Lewis und habe die Chance genutzt." Pech hatte der dritte Deutsche, Nico Hülkenberg, der nach einer Kollision mit McLaren-Star Fernando Alonso in die Leitplanken krachte und sich in der Box einen neuen Frontflügel holen musste. Am Ende verpasste der Force-India-Pilot als Elfter knapp die Punkteränge.

In der WM-Gesamtwertung führt Hamilton (126 Punkte) nach 6 von 19 Rennen weiterhin vor Rosberg (116 Punkte) und Vettel (98).

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