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Aktuell Welt

Medienkrieg und kein Ende: Trump kommt nicht zum Gala-Dinner

US-Präsident Donald Trump bleibt dem traditionellen Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus fern."Bitte richtet allen gute Wünsche aus und habt einen tollen Abend", twitterte er.

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Trump sagt traditionsreiches Medien-Dinner ab

Das klingt zunächst fast freundlich, ist es aber nicht. Tatsächlich steuert Trump wenige Wochen nach seinem Amtsantritt weiter einen Konfrontationskurs gegen die Medien und die Fronten verhärten sich immer mehr.

Fakt ist: Der Streit der neuen US-Regierung mit kritischen Medien war in den vergangenen Tagen eskaliert. Der Ausschluss einer ganzen Reihe von US-Medien von einer Presse-Konferenz im Weißen Haus löste unter vielen Journalisten Empörung aus. Auch Sender und Zeitungen, die lange als Trump-freundlich galten, zeigten sich schockiert.

CNN nennt Trumps Vorgehen "un-amerikanisch"

Der Sender CNN sprach von einer "inakzeptablen Entwicklung". Anscheinend revanchiere sich das Weiße Haus nun auf diese Weise für die Berichterstattung über Fakten, "die es nicht mag", so CNN über den Nachrichtendienst Twitter. "Wir werden dessen ungeachtet weiter berichten." Moderator Jake Tapper nannte das Vorgehen Trumps schlicht "un-amerikanisch".

Der Herausgeber der "Washington Post", Marty Baron, nannte den Ausschluss vieler Medienvertreter "erschreckend". Die Regierung begebe sich damit auf einen "undemokratischen Weg". Und: Das Weiße Haus könne nichts gewinnen, wenn es den öffentlichen Zugang zu Informationen einschränke.

Washington Donald Trump beim traditionellen Korrespondenten-Galadinner im Weißen Haus (Getty Images/L. Busacca)

Das waren noch Zeiten: 2015 kam Trump gut gelaunt zum Gala-Dinner, jetzt will er nicht mehr

Trump hat Journalisten vor und nach seinem Wahlsieg immer wieder als "unehrlich" geschmäht und ihnen wiederholt vorgeworfen, gefälschte Nachrichten, "fake news", zu verbreiten. Zuletzt hatte er seinen Ton noch einmal verschärft und Medien seines Landes als "Feinde des Volkes" bezeichnet.

Probleme mit Selbstironie?

Das jährliche Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus - diesmal am 29. April - ist traditionell einer der gesellschaftlichen Höhepunkte in Washington. Im Zentrum steht normalerweise eine launige Rede des jeweiligen Amtsinhabers, die in der Regel mit viel Selbstironie gewürzt ist.

Mit seiner Entscheidung, dem Dinner der Korrespondenten in der US-Hauptstadt fernzubleiben, bricht Donald Trump mit einer langen Tradition. Einen Grund nannte er nicht. 

haz/stu (dpa, afp, ap)

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