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Autobranche

Medien: Ford will jede zehnte Stelle streichen

Das dürfte US-Präsident Trump überhaupt nicht gefallen. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford plant laut einem Zeitungsbericht einen massiven Personalabbau, um die Gewinne zu erhöhen und die Aktionäre zufriedenzustellen.

Ford Asien Nordamerika USA Wirtschaft (Getty Images/H.D.Nam)

Ford betreibt auch in der vietnamesischen Provinz Hai Duong eine Fabrik

Das renommierte "Wall Street Journal" schreibt, der amerikanische Autobauer wolle die Mitarbeiterzahl in Nordamerika und Asien um rund 20.000 verringern. Das entspräche zehn Prozent der Belegschaft. Unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe, mit der Verkündung dieser Entscheidung sei noch diese Woche zu rechnen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine mit den Plänen vertraute Person mit den Worten, die betroffenen Mitarbeiter sollten mit großzügigen Anreizen zu Vorruhestandsregelungen motiviert werden. Kürzungen bei Zeitarbeitskräften seien dagegen nicht vorgesehen.

Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Berichte auf Nachfrage zwar als "Spekulation", die man nicht kommentieren wolle. Er bestätigte allerdings, dass der Konzern auf Kostensenkungen setze, um die Gewinnspannen zu erhöhen. Teil dieser Arbeit sei es, Ford so "schlank und effizient" wie möglich zu machen. Demgegenüber will die Nachrichtenagentur AFP erfahren haben, dass der Autobauer in den kommenden Tagen Stellenstreichungen bekanntgeben werde. Stellen würden in einem Großteil der Märkte abgebaut.

Absatz-Boom abgekühlt

Ford hat weltweit etwa 200.000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in den USA. Dort hat sich die Autokonjunktur nach einem jahrelangen Absatz-Boom zuletzt spürbar abgekühlt. Im April ging der Absatz um 7,2 Prozent auf knapp 215.000 Fahrzeuge zurück. Experten rechnen damit, dass die Verbraucher in den USA in diesem Jahr erstmals seit 2009 weniger Autos kaufen werden als im Vorjahr.

Erst Anfang 2017 hatte Ford auf den Bau einer großen Fertigungsanlage im mexikanischen San Luis Potosí verzichtet und versprach stattdessen, hunderte neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Die Konzernführung versicherte dabei, hinter der Entscheidung stünden wirtschaftliche Überlegungen und keine politischen Erwägungen. Im US-Bundesstaat Michigan will Ford demnach 700 Jobs schaffen.

Sollte der Konzern im Heimatmarkt nun in großem Stil Stellen streichen, würde er einen Konflikt mit Präsident Donald Trump riskieren, der versprochen hat, mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor und dabei mit deutlichen Worten Unterstützung von der heimischen Industrie fordert.

Video ansehen 01:22

Ford stoppt neues Werk in Mexiko

Beschäftigungssicherung in Deutschland

An den deutschen Standorten Köln und Saarlouis arbeiten knapp 24.000 Menschen für Ford. Hier gilt eine Beschäftigungssicherungsvereinbarung bis 2021, wie die IG Metall Nordrhein-Westfalen mitteilte.

Ford-Chef Mark Fields hat in den vergangenen Jahren viel in neue Technologien investiert, etwa indem er Start-ups aufkaufte, die an künstlicher Intelligenz arbeiten. Ford will dabei sein, wenn die ersten selbstfahrenden Autos angeboten werden.

Die Kosten sind gestiegen - allein im ersten Quartal um sieben Prozent, vor allem wegen teurer Rohstoffe und weiteren Investitionen. Der Gewinn des Unternehmens fiel um mehr als 35 Prozent auf 1,59 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro). Ford hat bereits vor nachlassenden Verkäufen in den USA und in China gewarnt, den beiden größten Märkten der Welt. Fields will daher mit Kostensenkungen Einsparungen in Höhe von etwa drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) in diesem Jahr erreichen.

kle/qu (afp, rtr, dpa, ape)

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