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Wissen & Umwelt

Masernausbruch in Berlin

Bis 2015 sollten die Masern in Deutschland ausgerottet sein. Jetzt aber grassiert die gefährliche Viruserkrankung in Berlin ungewöhnlich stark. Mehrere hundert Menschen haben sich infiziert. Alarmierende Zahlen.

Weit über 600 Fälle von Masern hat es Berlin seit Oktober letzten Jahres gegeben, mehr als 250 im Monat Januar. Laut Robert-Koch-Institut waren es so viele wie seit 2001 nicht mehr. Nach Behördenangaben mussten etwa 100 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Erschreckende Zahlen und eine erschreckende Situation. Es sei einer der größeren Ausbrüche der vergangen Jahre, warnt Susanne Glasmacher vom

Robert-Koch-Institut

:"Eine Größenordnung, die für die Region und die Jahreszeit ungewöhnlich ist".

Impfung als einziger Schutz

Ein Grund für die Ausbreitung der Masern sei die weitverbreitete Impfmüdigkeit, sagt Glasmacher. Immer wieder gab es und gibt es Aufrufe, unter anderem vom Robert-Koch-Institut in Berlin, sich dringend gegen diese hochansteckende Viruserkrankungen impfen zu lassen. Doch immer weniger Menschen entscheiden sich dafür, obwohl eine Immunisierung nach wie vor der sicherste Weg ist, um eine Ansteckung mit den aggressiven Erregern zu vermeiden.

Auch viele Eltern lassen ihre Kinder nicht impfen, weil sie Angst vor möglichen Nebenwirkungen haben. Dazu trägt sicher auch ein Gerücht bei, das seit 1998 im Umlauf ist. Damals hatte ein britischer Mediziner behauptet, dass die gängige kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln Autismus auslösen könnte. Die entsprechende Studie und die darin aufgestellten Behauptungen wurden zwar zurückgenommen, das Gerücht aber hält sich hartnäckig, ist nach wie vor im Umlauf und hält manche Eltern davon ab, ihr Kind und auch sich selbst durch eine Impfung vor der gefährlichen Viruserkrankung zu schützen.

Schlimme Viruserkrankung

Masern Impfung bei Kindern

Impfung ist der einzige Schutz

Das ist fatal. Denn eine Infektion kann verheerend verlaufen. Masern sind hochansteckend, sie können zu dauerhaften Schäden führen, im schlimmsten Fall sogar zum Tod, etwa wenn das Virus langsam das Nervensystem angreift.

Laut Statistiken des Robert-Koch-Instituts sterben zwei von 1000 Patienten an den Folgen einer Masern-Infektion. Die Erreger können schwere Lungenentzündungen oder gefährliche Hirnhautentzündungen verursachen und als Folge zu dauerhaften Hirnschädigungen führen.

Die Viren haben dabei oft einfaches Spiel: Sie gelangen durch Husten, Niesen, Händeschütteln, aber auch alleine schon durch Sprechen von einem Menschen auf den anderen. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei Wochen. Dann kommt es zu ersten Anzeichen wie Fieber, Schnupfen und Husten. Der Hautauschlag, der für Masern so typisch ist, tritt dann drei bis sieben Tage später auf.

Der Beginn des Ausbruchs

Der jetzige Ausbruch in Berlin hat schon im Oktober 2014 begonnen und grassierte laut Behörden zunächst vor allem unter Asylbewerbern aus Bosnien, Herzegowina und Serbien. Als Grund sehen die entsprechenden Ämter, dass Menschen aus diesen Ländern während des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren und auch danach nicht mehr routinemäßig geimpft worden waren. Aber schon bald erwischte die schlimme Viruserkrankung auch Menschen, die nicht zu einer dieser Gruppen gehörten. Das Robert-Koch-Institut in Berlin wertet den Ausbruch als herben Rückschlag und ruft alle dazu auf, sich impfen zu lassen. Das Ziel, die Masern in Deutschland bis 2015 auszurotten, kann jetzt kaum noch erreicht werden.

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