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Wissen & Umwelt

Wird das Masernvirus in die Schranken gewiesen?

Deutsche Forscher haben einen Wirkstoff entwickelt, der im Tierversuch die Vermehrung des Masernvirus verhindert. Besteht Anlass zur Hoffnung im Kampf gegen die gefährliche Erkrankung?

An Frettchen haben Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts jetzt eine Möglichkeit gefunden, die Ausbreitung des Masernvirus im Körper zu begrenzen. Als Waffe diente ihnen ein kleines, künstlich hergestelltes Molekül. Es hindert das Virus daran, sich zu vermehren.

Erstaunliche Heilung

Die Forscher haben die Frettchen mit dem Hundestaupevirus infiziert. Dieses Virus ist eng mit dem Masernvirus verwandt und führt bei Frettchen zum Tod. Drei Tage nach Beginn der Infektion wurden die Tiere für zwei Wochen mit dem neuen Wirkstoff behandelt. Die Ergebnisse waren positiv: "Durch die Behandlung haben alle Tiere die Infektion überlebt", sagt Veronika von Messling, Leiterin der Studie, im DW-Interview.

Besonders erfreulich: Die Frettchen waren danach immun gegen das Virus. Nebenwirkungen stellten die Forscher nicht fest.

Kopieren verboten

Masernvirus

Bislang gab es kein Gegenmittel gegen das winzige Masernvirus.

Viren vermehren sich in den Zellen ihres Wirtes. Sie bringen dafür ihre eigene Ausrüstung mit. Dazu gehört auch eine Kopiermaschine, mit der sie ihre Erbinformation an Tochterviren weitergeben können. Ein Eiweiß, die sogenannte Polymerase ist überlebenswichtig für die Viren. "Unser Medikament setzt da an", erklärt von Messling. "Es blockiert die Kopiermaschine und verhindert die Vermehrung des Virus."

Noch ein weiter Weg

Bislang testeten die Forscher den Wirkstoff in Zellkulturen und in einem Tierversuch. Von Messling weiß, dass das erst der Anfang ist: "Es gibt noch mehrere Schritte, bevor man überhaupt darüber nachdenken kann, das Medikament am Menschen zu testen." Kommt es irgendwann mal auf den Markt, könne es beispielsweise als Tablette oder als Saft eingenommen werden.

Ein Mittel gegen die Vermehrung des Masernvirus wäre hilfreich: Weltweit sterben jährlich noch 120.000 Menschen an der Erkrankung. Zu viel, meint die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie hat das Ziel, das Virus auszurotten. Aber Impflücken in der Bevölkerung führen immer wieder zu Ausbrüchen.

Das Problem: Die Erkrankung ist hochansteckend und verbreitet sich schnell unter ungeimpften Menschen. Eine Impfung ist der einzig sichere Schutz vor der Erkrankung - da sind sich die Wissenschaftler einig.

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