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Sport

London Calling: Wo bleibt das Verkehrschaos?

Der Londoner Verkehrskollaps schien beschlossene Sache. Fast allen Medien prophezeiten für die Spiele verstopfte Straßen und U-Bahnen. Da konnte unsere Bloggerin Barbara Mohr eigentlich nur positiv überrascht werden.

"Achtung! Diese Station wird während der Olympischen Spiele besonders voll sein", warnen an der U-Bahnstation neben unserer Olympia-Wohnung gleich mehrere Plakate. Darunter der dringende Rat, nach alternativen Reisemöglichkeiten zu suchen.

Wir haben also vorsorglich einen Notfallplan ausgetüftelt in den Tagen vor der Eröffnungsfeier: Den Weg zur Tower Bridge, vor der wir Live ins TV-Programm der DW schalten, würden wir im Zweifel in einem strammen halbstündigen Fußmarsch schaffen. Für den Weg ins Büro, das ein paar Kilometer weiter weg liegt, könnten wir Fahrräder mieten. Wir waren bereit für das große Verkehrschaos.

Britische Fürsorglichkeit

Dann endlich begannen sie, die Spiele. Und in der U-Bahn blieb alles ruhig. Unzählige Male sind wir in den letzten drei Tagen für unsere Drehs und Recherchen quer durch die Stadt gefahren, von Ost nach West, von Nord nach Süd, mit Bahnen und mit Bussen. Und fast immer gab es für uns einen freien Sitzplatz.

Menschen warten auf die Londoner U-Bahn (Foto: AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Warten auf die U-Bahn: Im Londoner Berufsverkehr ganz normal. Zum Olympiastart war die "Tube" leerer

An den Ein- und Ausgängen wartet eine Schar von Volunteers, die freiwilligen Olympia-Helfer, in ihren lila Regenjacken. Sie fragen uns freundlich und stets lächelnd, ob sie uns bei der Suche nach der schnellsten Route behilflich sein können. Auch als wir am Nachmittag durch die Stadt laufen, begegnen wir zahlreichen Helfern, ohne die hier nichts zu gehen scheint. An einer großen Straßenkreuzung stehen sie in neongelben Westen, auf jeder Straßenseite zwei, und assistieren den Touristen beim Überqueren der Fahrbahn. "Hey guys!," ruft einer, als holländische Fans über eine rote Ampel gehen wollen. "Wartet besser, es wird gleich grün." Britische Fürsorglichkeit eben.

Wenn die Pubs schließen, wird es voll

Kurz vor Mitternacht ist die Bahn dann zum ersten Mal tatsächlich gerammelt voll. Wow, das muss Olympia sein, denke ich. Von welchem Wettkampf die wohl gerade alle herkommen? Ich frage das junge Pärchen, das sich vor mir in die Bahn gequetscht hat. Sie lachen. "Nee, mit Olympia hat das nichts zu tun. Vor einer knappen Stunde haben die Pubs zugemacht, dann sieht es hier immer so aus."

Alles ganz entspannt also, alles ganz normal. Bislang. Mal sehen was passiert, wenn der Berufsverkehr dazukommt.

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