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Sport

London Calling: Kostenlos dabei sein

Feststimmung in London. Gleich zu Beginn warteten die Olympischen Spiele mit einem Radrennen quer durch die Stadt auf. Eine Million Zuschauer standen am Straßenrand - und DW-Reporterin Barbara Mohr mitten drin.

Titel: Barbara in London Schlagworte: Olympia, London Wer hat das Bild gemacht?: Andrea Krüger Wann wurde das Bild gemacht?: 26.07.2012 Wo wurde das Bild aufgenommen?: London, Tower Bridge Bildbeschreibung: Fotoshooting vor den Olympischen Spielen, Portraitfoto von Autoren der Blogeinträge In welchem Zusammenhang soll das Bild/sollen die Bilder verwendet werden?: täglicher Blog-/Tagebucheintrag von den Olympischen Spielen

Barbara Mohr in London

Was für ein Bild, als ich am Morgen meinen Kopf aus der Haustüre stecke. Von überall her strömen Menschen die sonst ruhige Straße entlang, die freudig aufgeregten Gesichter rot-weiß-blau bemalt, den Union Jack locker über die Schultern gehängt. Sie alle laufen zur nächstgelegenen Kreuzung. Und ich hinterher. Denn dort an der Kreuzung soll in einer Stunde das olympische Straßenradrennen der Herren vorbeikommen.

Vor der Absperrung haben sich einige Zuschauer schon die besten Plätze gesichert. Auf Picknickdecken wird das Frühstück nachgeholt. Die Sonne strahlt. Eine Familie in knallgelben brasilianischen Trikots klappt eine Leiter auseinander, um auch aus der fünften Reihe noch ungestörte Sicht auf die Rennstrecke zu haben. Radsport interessiere ihn sonst eigentlich nicht so, erzählt mir Pablo, der schon seit einigen Jahren in London wohnt. Aber das Rennen gleich vor seiner Haustüre wolle er auf keinen Fall verpassen. Endlich Olympiastimmung. Und das auch noch kostenlos!

Olympia hautnah für alle

Das Hauptfeld beim olympischen Strassenrennen der Männer rollt an den Zuschauern vorbei (Foto: dpa)

Begeisterung pur beim olympischen Straßenrennen der Männer und das kostenlos

Ein Argument, das auch Eric überzeugt hat, der im Gedränge neben mir steht. 55 Pfund haben seine Freunde für ein Vorrundenspiel der Volleyballdamen ausgegeben. In seinem Studentenbudget war das nicht drin. Sei eh alles reine Geldverschwendung, hatte er vor ein paar Wochen noch genörgelt - wie so viele Briten. Wer sich's nicht leisten könne, bekomme von den Spielen nichts mit. Bis er davon gehört hatte, dass auch Wettkämpfe mitten in der Stadt ausgetragen werden. Beim Straßenrennen unter freiem Himmel kann auch Eric ein bisschen Olympialuft schnuppern. Auf seinem Smartphone verfolgt er das Rennen im Livestream. Nur ein paar Minuten noch, sagt er, dann müssten sie endlich an der Kreuzung sein.

Und dann geht alles ganz schnell. Jubel bricht aus, als die ersten Fahrer am Ende der Straße auftauchen. In wenigen Minuten rasen sie an uns vorbei. Aus der hinteren Reihe sehe ich zwischen den Köpfen der Zuschauer nur hin und wieder einen Helm aufblitzen. Wer war denn jetzt ganz vorne, frage ich Eric. Keine Ahnung, sagt er - ist aber im Grunde auch egal. Hauptsache, ich war dabei! Jetzt freue ich mich schon auf den Marathonlauf.

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