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Nahost

Libanon weiter unter Feuer

Israel weitet die Angriffe im Libanon weiter aus. Das Hauptquartier der Hisbollah in Beirut wurde völlig zerstört. Die libanesische Regierung fordert eine Waffenruhe.

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Trauernde Frauen in Gaza

Israelisches Kriegsflugzeug über Libanon

Israelisches Kriegsflugzeug über dem Libanon

Die israelischen Angriffe auf den Libanon gingen am Samstag den vierten Tag in Folge weiter. Die israelische Luftwaffe zerstörte das Hauptquartier der radikal-islamischen Hisbollah-Bewegung im Süden von Beirut. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Eine israelische Rakete traf im Südlibanon einen Kleinbus, der flüchtende Zivilisten beförderte. Mindestens 20 Menschen, darunter mehrere Kinder, seien getötet worden, bestätigten libanesische Sicherheitskreise. Die israelische Luftwaffe beschoss am Samstagabend erstmals seit Beginn der Militäraktion im Libanon auch zentral gelegene Teile der Hauptstadt Beirut. Erstmals griffen israelische Streitkräfte auch den Hafen der nordlibanesischen Stadt Tripolis an.

Die Zahl der seit Beginn der israelischen Militäroffensive am Mittwoch getöteten Libanesen stieg nach Polizeiangaben auf 106.

Angriff auf Grenze dementiert

Israelische Geschosse treffen Beirut

Israelische Geschosse treffen Beirut

Das israelische Militär dementierte vehement Medienberichte, denen zufolge es einen syrischen Militärposten nahe der Grenze zum Libanon angegriffen habe. Berichte, dass syrische Posten beschossen worden wären, entbehrten jeder Grundlage. Zuvor hatten libanesische Kreise einen Angriff auf einen syrischen Militärposten an der Grenze gemeldet.

Weiter Raketen auf Nordisrael

Hisbollah-Milizen im Südlibanon setzten wiederum ihren Raketenbeschuss nordisraelischer Siedlungen fort. Insgesamt schlugen am Samstag über 40 Projektile in Nordisrael ein. Israelische Medien sprachen von mehreren Verletzten. Erstmals trafen drei Raketen die den Juden heilige Stadt Tiberias am See Genezareth.

Isrealische Frau guckt auf die Verwüstung

Frau in ihrem vom Raketeneinschlag beschädigten Haus in Nordisrael

Auch im Gazastreifen gingen die Gefechte weiter. Die israelische Luftwaffe beschoss in der Nacht zum Samstag das palästinensische Wirtschaftsministerium, zahlreiche Büros gingen in Flammen auf. Bei einem Luftangriff auf ein Wohnhaus in Gaza wurden zwei Palästinenser getötet, die nach palästinensischen Augenzeugenberichten Raketen für Angriffe auf Israel präparierten.

Zum Schutz der israelischen Hafenstadt Haifa haben die Streitkräfte Patriot-Abwehrraketen stationiert. Das Abwehrsystem kann zwar keine Katjuscha-Raketen zerstören, die in den vergangenen Tagen zu Hunderten von der Hisbollah-Miliz im Libanon auf Israel abgefeuert werden, aber es kann Schutz vor Boden-Boden-Raketen bieten, wie sie etwa Syrien besitzt.

Ministerpräsident ruft internationale Hilfe

Der libanesische Ministerpräsident Fuad Seniora forderte einen "sofortigen Waffenstillstand" unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Er sprach im Fernsehen von einer "kollektiven Bestrafung" des libanesischen Volkes. Die libanesische Regierung bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Die Luftangriffe hätten aus dem Libanon ein Katastrophengebiet gemacht, sagte der Ministerpräsident in einer Fernsehansprache. Er appellierte erneut an die Vereinten Nationen (UN), sich für eine Waffenruhe einzusetzen. Seine Regierung wolle in Zusammenarbeit mit den UN ihre Autorität auch im Südlibanon durchsetzen. Der Süden des Landes zählt zum Einflussgebiet der Hisbollah.

Hisbollah droht mit offenem Krieg

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah drohte am Freitagabend Israel mit einem offenen Krieg und neuen, weiter reichenden Raketen. "Wenn ihr Krieg wollt, werdet ihr ihn bekommen", sagte Nasrallah im Hisbollah- Sender Al Manar.

Angesichts der Bombardierungen bereiten europäische Regierungen eine Evakuierung ihrer Landsleute aus dem Libanon vor. Rund 100 Deutsche sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin vom Samstag seit dem Vortag in Konvois nach Syrien ausgereist. Auch die Schweiz, Spanien und Italien brachten die ersten Bürger bereits außer Landes. Frankreich setzte zwei Kriegsschiffe in Marsch, um seine Bürger mit Hubschraubern nach Zypern auszufliegen. Auch die USA wollen ihre Bürger über Zypern aus dem Libanon in Sicherheit bringen.

Krisensitzung der arabische Liga

Die Außenminister der Arabischen Liga konnten sich auf einer Sondersitzung in Kairo nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme zur Lage im Libanon einigen. Ägypten, Saudi-Arabien und Jordanien nannten die Entführung israelischer Soldaten durch die Hisbollah einen unverantwortlichen Akt. Die Eskalation schade der gesamten arabischen Welt, betonten sie nach Angaben aus diplomatischen Kreisen.(sam)

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