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Politik

Stichwort: Hisbollah

Die radikal-islamische Hisbollah (Partei Gottes) entstand 1982 mit iranischer Unterstützung während der israelischen Invasion Libanons.

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Die schiitische Organisation hat sich der Vernichtung Israels und der Errichtung einer "Herrschaft des Islams" sowohl in Jerusalem als auch im Libanon verschrieben.

Mit Geld und Waffen aus dem Iran begann die Gruppe einen Guerilla-Krieg mit dem Ziel, die israelischen Truppen aus dem Südlibanon zu vertreiben. Hisbollah-nahe Gruppen verübten Selbstmordanschläge auf westliche Ziele in Beirut und nahmen Bürger westlicher Staaten als Geiseln. Das größte Aufsehen erregte ein Selbstmordattentat, bei dem im Oktober 1983 das Hauptquartier der US-Armee in der libanesischen Hauptstadt zerstört wurde und 241 Soldaten ums Leben kamen.

Die Hisbollah hat nach Schätzungen lediglich mehrere hundert aktive Kämpfer, aber tausende Unterstützer und Sympathisanten. Im Libanon hat die vom US-Außenministerium als terroristische Vereinigung eingestufte Organisation den Status einer regulären Partei. Seit 1992 ist sie offiziell in das politische System integriert und derzeit mit 14 Abgeordneten im libanesischen Parlament vertreten.

Die militante Organisation verfügt über einen eigenen Radio- und Fernsehsender. Syrien und Iran sollen die Hisbollah politisch, militärisch und finanziell unterstützen. Im Februar 1992 tötete Israel Hisbollah-Chef Scheich Abbas al-Mussawi bei einem Luftangriff. Weil Mussawi eine Wohltätigkeitsorganisation mit Hilfsleistungen für die verarmten Schiiten aufgebaut hatte, reagierten viele Libanesen mit großer Anteilnahme. Sein Nachfolger wurde Hassan Nasrallah, der bis heute an der Spitze der Gruppe steht.

Militärischer Druck der Hisbollah hatte Israel 2000 zum Abzug aus dem Libanon veranlasst. Seitdem gilt die "Partei Gottes" als vorherrschende Kraft im Süden des Landes. Nach mehrjährigen Verhandlungen unter deutscher Vermittlung tauschten Israel und die Hisbollah Anfang 2004 Gefangene und Tote aus.

In einer von den USA und Frankreich eingebrachten Resolution fordert der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im September 2004 die Auflösung und Entwaffnung aller libanesischen Milizen. Die Hisbollah als einzige derartige Miliz widersetzt sich der Resolution. (sams)